18.03.2015 | Scope Ratings

Zinspolitik und Regulierung bescheren offenen Immobilienfonds hohe Zuflüsse

Das Prager Shopping Center „Palladium" gehört zum UniImmo Deutschland.
Bild: Hannover Leasing

Den 13 für Privatinvestoren offenen und von der Ratingagentur Scope untersuchten Immobilienfonds flossen 2014 mehr als 2,8 Milliarden Euro netto zu. Im Vergleich zu 2013 verzeichneten mit dem "hausInvest" (plus 49 Prozent) und dem "UniImmo: Global" (plus 142 Prozent) nur zwei Fonds eine Steigerung ihrer Nettomittelzuflüsse.

Bis zum Inkrafttreten der neuen Mindesthalte- und Kündigungsfristen im Juli 2013 verzeichneten die offenen Immobilienfonds bereits hohe Zuflüsse. Nach dem Stichtag hielten sich die Anleger jedoch zunächst zurück. Im Laufe des vergangenen Jahres stiegen die Mittelzuflüsse wieder deutlich an.

Von den gesamten Netto-Mittelzuflüssen im Jahr 2014 entfallen bereits 1,9 Milliarden Euro und somit mehr als zwei Drittel auf nur drei Fonds: den "UniImmo: Europa" (plus 751 Millionen Euro), den "UniImmo: Deutschland" (plus 698 Millionen Euro) und den "Deka-ImmobilienEuropa" (plus 482 Millionen Euro).

Auch in Relation zum Fondsvermögen (Ende 2013) fielen die Nettomittelzuflüsse dieser drei Fonds hoch aus: "UniImmo: Europa" (plus 8,2 Prozent), "UniImmo: Deutschland" (plus 7,5 Prozent) und "Deka-ImmobilienEuropa" (plus 3,9 Prozent).

Mit dem "grundbesitz-global" und dem "INTER ImmoProfil" verzeichnen nur zwei Fonds Netto-Mittelabflüsse.

Liquiditätsquoten weiterhin auf hohem Niveau

Die Fonds mit den höchsten Netto-Mittelzuflüssen weisen auch die höchsten Liquiditätsquoten auf: Die beiden Fonds der Union Investment weisen mit 31,5 Prozent (UniImmo: Europa) und 28,8 Prozent (UniImmo: Deutschland) die höchsten Quoten auf. Gefolgt vom "grundbesitz europa" (21,8 Prozent) der Deutschen Bank und dem Deka-ImmobilienEuropa (18,1 Prozent).

Zwar ist die durchschnittliche Liquiditätsquote sämtlicher Fonds im vergangenen Jahr leicht gefallen, dennoch stellen die hohen Liquiditätsquoten für viele Fonds derzeit eine der größten Herausforderungen dar. Das Preisniveau an den Investmentmärkten insbesondere im Core und Core Plus-Bereich ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die Renditen entsprechend gefallen. Fondsmanager müssen trotz des hohen Anlagedrucks sehr selektiv vorgehen, um Objekte mit attraktivem Risiko-Rendite-Profil anzukaufen.

Ausblick 2015

Scope erwartet aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und der stetig steigenden Nachfrage nach Sachwertinvestments, dass die Netto-Mittelzuflüsse offener Immobilienfonds in diesem Jahr über denen des Jahres 2014 liegen werden. Die hohen Netto-Mittelzuflüsse der 13 Fonds von zusammen mehr als 500 Millionen Euro im Januar dieses Jahres bestätigen diesen Trend. Neben dem Zinsniveau spielen auch die neuen gesetzlichen Regelungen eine bedeutende Rolle. Sie haben die Produktgattung stabilisiert und bei Anlegern Vertrauen erzeugt.

Schlagworte zum Thema:  Offene Immobilienfonds

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