01.12.2011 | Investoren

Wohneigentum bleibt auf historisch hohem Niveau erschwinglich

Die Erschwinglichkeit von selbstgenutzten Wohnimmobilien bleibt auf historisch hohem Niveau. Dies ist das Ergebnis des Erschwinglichkeitsindex des Immobilienverbandes IVD.

„In den ersten beiden Quartalen des Jahres ist die Erschwinglichkeit aufgrund der gestiegenen Zinsen nach dem Spitzenwert im vierten Quartal 2010 zunächst um rund sieben Punkte gefallen“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD.

„Mit dem Sinken des Zinsniveaus im dritten Quartal ist auch die Erschwinglichkeit wieder gestiegen, so dass sie mit einem Wert von 110,5 Punkten wieder beinahe auf dem Höchststand von Ende 2010 liegt.“ Der Erschwinglichkeitsindex fasst die Faktoren Immobilienpreise, Zinsniveau und verfügbares Einkommen zu einer Kennzahl zusammen. Diese gibt Auskunft darüber, inwieweit es für einen durchschnittlichen Haushalt finanziell möglich ist, eine Immobilie zu erwerben. Ein hoher Wert zeigt eine gute, ein niedriger Wert eine schlechte Erschwinglichkeit an.

Bundesweite Unterschiede der Immobilienmärkte nehmen zu

Die Erschwinglichkeit in den einzelnen Städten ist unterschiedlich. Die Stadt mit dem niedrigsten Erschwinglichkeitswert (Indexwert 50,58) und damit am schwersten erschwinglich ist wie im Vorjahr München. „Die Immobilienpreise in München sind schon seit einigen Jahren die teuersten in Deutschland und haben noch einmal zugelegt“, erklärt Schick den niedrigen Wert.

Unter den deutschen Großstädten ist Wohneigentum in Dresden mit einem Wert von 110,48 Punkten am besten erschwinglich. An zweiter Stelle steht Berlin-Ost (108,71). Der Westteil von Berlin kommt auf einen Wert von 81,53 Punkten. Einen hohen Erschwinglichkeitswert erreicht außerdem Hamburg mit 101,2 Punkten. „Der Wert für Hamburg erklärt sich durch das Verhältnis des verfügbaren Einkommens zum Eigenheimpreis, der in Hamburg höher liegt als in Berlin“, erklärt Schick.

An der Spitze der Erschwinglichkeit steht die Stadt Wittenberg. Mit einem Indexwert von 224,86 ist hier Wohneigentum in Form eines Einfamilienhauses gut zu erwerben. „Die regionalen Unterschiede bei der Erschwinglichkeit von Wohneigentum haben in der Vergangenheit zugenommen“, so Schick. „In ländlichen Regionen ist durch die demografische Entwicklung und Fortzug seit einigen Jahren ein sinkendes Preisniveau von Immobilien zu beobachten.“

Prognose für die Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien

Für die kommenden Quartale erwartet der IVD eine Seitwärtsbewegung der Erschwinglichkeit. „Aufgrund der Eurokrise wird das Zinsniveau voraussichtlich weiterhin niedrig bleiben und somit sollte die Belastung der Haushalte durch die Rückzahlung eines Immobilienkredites ebenfalls konstant bleiben“, prognostiziert Schick. Unter der Annahme von normalen Marktbedingungen mit einem leicht steigenden Netto-Einkommen sowie Wohnungspreisniveau sollte die Erschwinglichkeit daher konstant bleiben.

Für den Erschwinglichkeitsindex wurden die Preise für freistehende Einfamilienhäuser mit mittlerem Wohnwert in Deutschland zugrunde gelegt. Neben den Immobilienpreisen wurden die jeweiligen Zinsen für Wohnungskredite für den Erschwinglichkeitsindex verwendet. Bei der monatlichen Belastung für das Annuitätendarlehen wurde von einem Zeitraum von 30 Jahren für die vollständige Tilgung des Immobilienkredites ausgegangen. Bei der Berechnung wird davon ausgegangen, dass das Einfamilienhaus mit 25 Prozent Eigenkapital und 75 Prozent Fremdkapital finanziert wird.

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