19.04.2012 | Offene Immobilienfonds

Countdown: Werden SEB Immoinvest und CS Euroreal abgewickelt?

Bis Mai müssen die Fonds-Manager entscheiden, ob sie liquide sind
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bis Mai 2012 müssen die Manager der Offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest und CS Euroreal entscheiden, ob sie liquide genug sind, oder ob die Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund zwölf Milliarden Euro abgewickelt werden.

Zigtausende Anleger bangen um ihr Erspartes: Im Mai 2012 läuft die Gnadenfrist für die beiden Schwergewichte unter den Offenen Immobilienfonds (OIF) aus. Die Angst vor einem Milliardengrab geht um: Setzten Sparer aufs falsche Pferd, als sie ihr Geld in Offene Immobilienfonds investierten?

Nach Daten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) haben immerhin die meisten der Immobilienfonds mit insgesamt mehr als 70 Prozent des Volumens die jüngsten Krisen problemlos durchschifft. Und sie werfen Renditen ab. So liegt etwa der Branchenriese Deka-Immobilien Europa mit einem Fondsvermögen von 11,6 Milliarden Euro auf Jahressicht 2,3 Prozent im Plus.

Aktuell sieben Fonds eingefroren

Auf der anderen Seite sind aktuell aber sieben, zusammen fast 14 Milliarden Euro schwere Publikumsfonds eingefroren. Das sind mehr als 16 Prozent des gesamten Marktes. Die Anleger kommen seit Jahren nicht an ihr Geld - außer sie nehmen an der Börse kräftige Abschläge in Kauf. Ein halbes Dutzend Publikumsfonds mit einem Anteil von rund elf Prozent am OIF-Vermögen werden aufgelöst.

Ende Februar 2012 gab der KanAm Grundinvest mit einem Fondsvermögen von knapp vier Milliarden Euro die Hoffnung auf eine erfolgreiche Wiedereröffnung auf.

CS Euroreal auf gutem Weg?

So weit sind Manager bei SEB und Credit Suisse noch nicht. Bei den beiden und zwei weiteren kleineren OIF geht es darum, durch den Verkauf von Immobilien bis Mai genügend Liquidität anzusammeln, um im Falle der Wiedereröffnung alle potenziellen Rückkaufanforderungen der Anleger befriedigen zu können.

Hoffnung macht, dass sich wichtige Immobilienmärkte wie Deutschland, Frankreich oder England erholt haben. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fonds für ihre Objekte einen akzeptablen Preis erzielen können. "Vor zwei Jahren war es deutlich schwieriger, Immobilien zu verkaufen als jetzt", sagt Sebastian Gläsner von IPD Investment Property Databank in Wiesbaden.

Liquidität von rund 30 Prozent des Fondsvermögens gilt am Markt als Untergrenze, um Fonds wieder zu öffnen. Über den CS Euroreal ist zu hören, er sei auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Im Zweifel dürften sich die Fondsmanager für eine Abwicklung entscheiden, bevor sie das Risiko eingehen, nach einer kurzfristigen Öffnung ohne liquide Mittel dazustehen.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfonds

Aktuell

Meistgelesen