20.07.2012 | Dubai-Fonds

Weitere Anklage gegen Gütersloher Initiatoren

Stadtteil Jumeirah in Dubai
Bild: Helga Hauke

Zwei Geschäftsleute aus Gütersloh, die in Millionenhöhe das Geld von Anlegern für Immobilien in Dubai eingeworben haben, geraten juristisch immer mehr in Bedrängnis. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat jetzt Anklage wegen besonders schwerer Untreue in 100 Fällen erhoben.

Beschuldigt werden die beiden Chefs, Vater und Sohn, der Alternative Capital Invest (ACI) und ein Anwalt. Sie sollen 2,9 Millionen Euro vom Anlagekapital für andere Projekte und private Zwecke eingesetzt haben.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag entsprechende Berichte. Im April 2011 war bereits Anklage gegen die zwei Unternehmer wegen Kapitalanlagebetrugs erhoben worden. Diesmal gehe es um den Dubai Fonds VII, in dem 1.000 Anleger rund 60 Millionen Euro investiert hatten, sagte Oberstaatsanwalt Heinrich Rempe.

Bis Juni seien 100 Anzeigen eingegangen. Unterm Strich betrage der wirtschaftliche Schaden 2,9 Millionen Euro. Eigentlich hätte das Geld für den Bau der geplanten Gebäude in Dubai eingesetzt werden müssen. Es sei zwar ein Grundstück gekauft und Geld in die Planung gesteckt worden, sagte Rempe. Keines der geplanten Gebäude wurde aber je gebaut.

Eine zweistellige Millionensumme aus dem Fonds VII habe einer der Geschäftsführer an einen befreundeten Unternehmenssanierer verliehen. Das Geld sei aber nicht zurückgezahlt worden, sagte Rempe.

Vier der sieben Dubai-Fonds von ACI hatten im September 2010 Insolvenz angemeldet. In den vier Immobilienfonds steckten rund 78 Millionen Euro von zusammen etwa 4.000 Anlegern, sagte der Insolvenzverwalter. Das Insolvenzverfahren steht unterdessen vor dem Ende. Dem Amtsgericht zufolge soll demnächst verkündet werden, ob das Verfahren mangels Masse eingestellt wird. Das hatte der Insolvenzverwalter beantragt.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfonds, Betrug

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