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Weiter starker Nachfrageüberhang in den Ballungsräumen

Trotz der gestiegenen Baugenehmigungszahlen im Jahr 2011 befindet sich der Mietwohnungsneubau nach Analyse des Immobilienverbands IVD insbesondere in Ballungsgebieten weiter unter Bedarf.

Die vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zeigten, dass der Mietwohnungsneubau überproportional in den kleinen Städten stattfindet. So haben sich etwa die Baugenehmigungen in Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 30.000 und 50.000 nahezu verdreifacht. In Städten mit mehr als einer halben Million Einwohner betrug der Anstieg der in Mehrfamilienhäusern genehmigten Wohnungen allerdings nur noch rund ein Drittel.

„In den Ballungszentren mit positiver Bevölkerungsbilanz besteht ein besonders großer Nachfrageüberhang“, sagt IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen hingegen, dass das Neubaupotenzial nicht in den gesuchten Lagen der Großstädte selbst verwirklicht werde, sondern in den kleineren Städten im Umfeld der Metropolen. Nach Einschätzung des IVD ist die vergleichsweise geringe Neubautätigkeit in den Großstädten unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich gegen die Bauprojekte häufig Protest auf lokaler Ebene formiert.

Neubaupläne in Großstädten stoßen häufig auf Protest

„Wir machen die Erfahrung, dass Neubaupläne in den Großstädten häufig auf den Widerstand der Nachbarn stoßen“, sagt Kießling. So positionierten sich immer öfter Bürgerinitiativen gegen Neubauvorhaben. Dadurch werde die Wohnungsknappheit in den nachgefragten Lagen der Städte nicht behoben.

Unter den fünf Städten mit dem größten absoluten Zuwachs an neu genehmigten Geschosswohnungen befänden sich zwar München, Berlin, Frankfurt und Hamburg. Setzt man diese Zahlen jedoch ins Verhältnis zur Größe dieser Städte, zeigt sich, dass hier weit mehr getan werden muss. In Berlin kommen beispielsweise nur 10,1 und in Hamburg lediglich 18,7 genehmigte Wohnungen auf 10.000 Einwohner.

Insgesamt wurden im Jahr 2011 in Deutschland 228.400 Wohnungen genehmigt. Dies seien 40.700 Wohnungen oder 21,7 Prozent mehr als 2010. Von den genehmigten Wohneinheiten entfielen 84.913 auf Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dies entspreche einem Anstieg von 26,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sei der Anstieg der Genehmigungen mit 19,6 beziehungsweise 7,3 Prozent geringer ausgefallen. Insgesamt habe sich der positive Trend des vergangenen Jahres fortgesetzt und sich im Laufe des Jahres 2011 deutlich gesteigert.

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