18.12.2014 | JLL

Immobilien-Investmentmarkt: Der Wettbewerb wird schärfer

Frank Pörschke erwartet das vierte Jahr in Folge zurückgehende Bürovermietungsumsätze in den sieben deutschen Immobilienhochburgen
Bild: JLL Jones Lang LaSalle

Versicherungen und Investmentfonds stehen unter enormem Investitionsdruck. Und der wird nicht geringer, nimmt doch die Konkurrenz auf Investorenseite stark zu. Man blicke positiv ins neue Jahr, wenngleich die Risiken stiegen, so Frank Pörschke, Deutschland-CEO des Beratungsunternehmens JLL anlässlich einer Pressekonferenz.

Zwar sei die Weltwirtschaft ansehnlich durch das Jahr 2014 gekommen. Geopolitisch sehe die Sache aber schon ganz anders aus, wobei er besonders auf die Situation in der Ukraine, die Gewalt in Syrien und die Ebola-Seuche hinwies. 


Zinsniveau als Problem

„Für das Anlageuniversum haben sich die Rahmenbedingungen in den letzten zwölf Monaten nicht wesentlich verändert“, so Pörschke. Allerdings blieben die Auswirkungen des schon seit Jahren äußerst niedrigen Zinsniveaus weiter evident. Der Druck auf Kapitalsammelstellen angemessene Renditen zu finden, verstärke sich. Der Wettbewerb unter Anlegern nehme global zu.


Demographie als Kurzfrist-Problem

Pörschke verwies auf eine Umfrage, die JLL unter Investoren durchgeführt habe. Einige Ergebnisse seien im Folgenden genannt: Die Befragten halten es für sehr wahrscheinlich, dass der demografische Wandel, die anstehende Zinswende in den USA und in Großbritannien sowie die Staatsschuldenkrise in der EU die Immobilienmärkte in Deutschland kurz- bis mittelfristig beeinflussen werden.

Dass der demographische Wandel kurzfristige Folgen habe, sei für ihn überraschend. Gerade auf Zinswende und Staatsschuldenkrise schauten die Investoren besonders.


Büro und Einzelhandel versus Logistik

Die Signale, die man von den Immobilienmärkten empfange, ließen darauf schließen, dass man das vierte Jahr in Folge mit zurückgehenden Bürovermietungsumsätzen in den sieben deutschen Immobilienhochburgen rechnen müsse. Allerdings dürfte, so Pörschke, im Jahr 2015 wieder eine drei vor dem Komma zu finden sein.

Auch die Vermietungsaktivitäten im Einzelhandel seien außerhalb der Top-Lagen eher anspruchsvoll. Im Logistik-Bereich laufe es dagegen gut.


Investmentmarkt boomt

Ganz anders stellt sich die Situation auf den Investment-Märkten dar: Im fünften Jahr in Folge verzeichne man einen Anstieg der gewerblichen Investment-Volumina in Deutschland.

Auch die Wohninvestmentmärkte seien weiterhin sehr dynamisch, wenngleich die Verkäufe großer Portfolien tendenziell eher abnähmen, abgesehen von Corporate-Transaktionen wie der möglichen Übernahme der Gagfah durch die Deutsche Annington.

Interessant sei die zunehmende Internationalität der Investmentmärkte. Blicke auf das Volumen der Gebote für Büroimmobilien, steige der Anteil internationaler Investoren auf beachtliche 75 %.


2015: Starkes Interesse an Projektentwicklungen

Für das Jahr 2015 erwarte man auch wieder pan-europäische Portfolioverkäufe. Ausgesprochen groß sei das Interesse an Projektentwicklungen. Dabei täten sich häufig in Deutschland tätige Entwickler mit sehr aggressiven Kapitalgebern zusammen.

Zu dem verstärkten Wettbewerb hätten auch alternative Kreditgeber wie Versicherungen, Versorgungswerke oder Fonds beigetragen. Auch erste Kreditverbriefungen fänden wieder statt. Wenn sich kein geopolitisches Risiko verwirkliche, erwarte man auch 2015 ein erfreuliches Immobilienjahr.

Schlagworte zum Thema:  Investment, Immobilienanlage, Büroimmobilie, Wohnimmobilien, Einzelhandelsimmobilie

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