Ein harter Schnitt wird laut vdp nicht kommen: Aber die rasante Preisentwicklung für Wohnimmobilien soll ein Ende haben Bild: Digital Vision

Die Preise am deutschen Wohnimmobilienmarkt sind zuletzt rasant gestiegen. Damit soll nun vorerst Schluss sein. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) rechnet damit, dass sich die Dynamik bundesweit spürbar abschwächen wird. Das sagte Verbandspräsident Dr. Louis Hagen im Rahmen der Pressekonferenz des Verbands in Frankfurt am Main. Mit einer harten Korrektur sei jedoch nicht zu rechnen.

"Einen Einbruch der Wohnimmobilienpreise erwarten wir nicht", so Hagen weiter. Vor allem in den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart bleibe die Lage auf den Wohnimmobilienmärkten angespannt. Besonders betroffen: Der Markt für Mehrfamilienhäuser. Das anhaltende Wirtschaftswachstum, die Entwicklung von Einkommen, Beschäftigung, Zinsen und Verbraucherpreisen sind laut vdp maßgeblich für den aktuellen Boom am deutschen Immobilienmarkt verantwortlich.

Aus diesem Grund ist Peter Ache, Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, auch der Ansicht, dass die Preise weiter steigen werden und das selbst auf dem Land.

Steigende Nominalzinsen könnten Nachfrage nach Wohneigentum abschwächen

Die Nachfrage nach Wohneigentum insgesamt könnte jedoch laut vdp-Absicht abgebremst werden, sobald die Nominalzinsen wieder steigen. Das würde sich auf die Preisentwicklung auswirken. Wohnungsleerstände, wie es sie nach dem Bauboom der 90er Jahre gab, zeichnen sich demnach nicht ab. Zudem habe der Neubau momentan nicht die Kraft, in einen überschießenden Boom zu münden, heißt es in der Mitteilung. Grund sind eine sehr hohe bauwirtschaftliche Auslastung und knappe Baulandflächen.

Preisauftrieb 2017 leicht beschleunigt

2017 hatte sich der Preisauftrieb am deutschen Immobilienmarkt weiter leicht beschleunigt: Der auf Basis echter Transaktionsdaten ermittelte Immobilienpreisindex des vdp ist 2017 im Jahresdurchschnitt um 6,8 Prozent gestiegen (2016: plus 6,4 Prozent). Wohnimmobilien verteuerten sich um 6,9 Prozent (2016: plus 6,5 Prozent).

In den Top 7 stiegen die Wohnimmobilienpreise gegenüber dem Vorjahr sogar um 13,7 Prozent. Auch auf dem Markt für gewerbliche Immobilien setzte sich der Preisanstieg mit einem Plus von 6,5 Prozent (2016: plus 5,8 Prozent) fort, wobei sich Büroimmobilien mit 8,4 Prozent (2016 plus 7,7 Prozent) überdurchschnittlich stark verteuerten.

Neufinanzierungsgeschäft stagniert auf hohem Niveau

Die hohe Nachfrage auf dem Immobilienmarkt in Kombination mit den niedrigen Zinsen wirkte sich 2017 auch auf die Immobilienfinanzierung aus. Die Darlehensneuzusagen der Pfandbriefbanken sind nach deutlichen Steigerungen in den Jahren zuvor mit 143,1 Milliarden Euro in etwa konstant geblieben (2016: 144,4 Milliarden Euro).

Auf die Wohnimmobilienfinanzierung entfielen 74,5 Milliarden Euro der Neuzusagen (2016: 74,2 Milliarden Euro). Bei Gewerbeimmobilien waren es 68,5 Milliarden Euro (2016: 70,1 Milliarden Euro). Insgesamt ist das Neugeschäft der Pfandbriefbanken im vergangenen Jahr um 4,6 Prozent auf 165,3 Milliarden Euro gesunken (2016: 173,2 Milliarden Euro).

Positive Entwicklung des Hypothekenpfandbriefs

Nach einem Rückgang des Emissionsvolumens 2016 ist der Absatz von Pfandbriefen 2017 auf 48,8 Milliarden Euro gestiegen (2016: 45,4 Milliarden Euro). Auf Hypothekenpfandbriefe entfielen 36,9 Milliarden Euro (2016: 35,1 Milliarden Euro).

Auch das umlaufende Volumen von Hypothekenpfandbriefen ist im vergangenen Jahr gestiegen: auf 218 Milliarden Euro, nach 212 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Damit hat sich der Anteil der Hypothekenpfandbriefe am Gesamtumlauf ausstehender Pfandbriefe auf 59 Prozent erhöht. Vor fünf Jahren lag dieser Wert bei 44 Prozent.

Für das laufende Jahr erwartet der vdp einen erneut leicht ansteigenden Pfandbriefabsatz in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro, wobei 39 Milliarden Euro auf Hypothekenpfandbriefe entfallen sollen.

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Immobilienpreis

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