Auf dem Hamburger Immobilienmarkt kommt es immer wieder zu heftigen Konkurrenzen um städtische Flächen. Was Experten zu den Potenzialen der Hansestadt sagen, erfahren Sie im Video zur Hamburger Unternehmerrunde.

Hamburg wächst. Die Stadt muss die Anzahl der Wohnungen erhöhen und hat 10.000 Baugenehmigungen als Zielgröße ausgelobt. Aber was ist mit den Gewerbeflächen? Alleine in den vergangenen fünf Jahren kamen etwa 70.000 neue Erwerbstätige nach Hamburg. Doch es stehen nur knapp 500.000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung. Vor allem in zentralen Lagen konkurrieren immer mehr Nutzer um dieselben Flächen.

Über den Umgang mit der Flächenknappheit in Hamburg und den Potenzialen des Marktes diskutierte Jörg Seifert, Redakteur der "Immobilienwirtschaft", mit Andreas Rehberg (Sprecher der Geschäftsführung von Grossmann & Berger) und Bernd Ringe (Koordinator Immobilienservice bei der HIW Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH).

Unternehmerrunde Hamburg 2019
Jörg Seifert, "Immobilienwirtschaft" (Moderation) diskutierte in Hamburg mit Andreas Rehberg, Grossmann & Berger und Bernd Ringe, Hamburg Invest (v.l.n.r.)

One-Stop-Agency: Schnelle Lösungen schaffen

Es mangelt aktuell in Hamburg vor allem an Alternativen für größere Nutzer. Schnelle Standortentscheidungen sind in vielen Fällen nicht ganz einfach, auch weil das Angebot so knapp ist. Bei Neuentwicklungen steht ein mehrjähriger Prozess an, während kurzfristige Ansiedlungen im kleineren Bürobereich und im Bestand auch in wenigen Monaten möglich sind. Schnelle Lösung schaffen, das hat sich etwa Hamburg Invest zum Ziel gesetzt, indem die komplette unternehmerische Leistung aus einer Hand angeboten wird (One-Stop-Agency).

Wohnen und Gewerbe besser in Einklang bringen

Vor dem Hintergrund der Flächenknappheit in Hamburg, wäre aus Sicht des Maklerunternehmens Grossman eine Durchmischung von Standorten sehr wichtig. "Man muss Wohnen und Gewerbe besser in Einklang bringen", sagte Sprecher Rehberg in der Runde. Dort, wo ein größerer Bürostandort sei, müsse auch Wohnen entstehen, um das Thema Gewerbe weiterzutreiben.

Laut Hamburg Invest hat die Stadt in den vergangenen Jahren aufgrund einer sehr starken Nachfrage und einer Fokuslegung im Wohnbereich einen erheblichen Gewerbeflächen-Nettoabfluss gehabt. Dies sei ganz massiv ins Gewicht gefallen, als es an klassische Gewerbe- und Industriestandortflächen ging. "Da sind uns sehr viele Flächen abhandengekommen", so Ringe.

Perspektive: Flächenpotenzial von zirka 70 Hektar

Die Unternehmerrunde kam zu dem Schluss, dass es auch im Blick auf die kommenden 20 Jahre in Hamburg noch Flächenpotenzial in einer Größenordnung von etwa 70 Hektar gibt, die perspektivisch mit speziellen Konzepten versehen werden können. Es handelt sich dabei um enorme Potenzialflächen, die bislang bloß untergeordnet genutzt werden. Eine Inspirationsquelle könnte New York sein.


Das vollständige Interview in gedruckter Version erscheint in der Beilage "Region-Report Hamburg" zum Magazin " Immobilienwirtschaft"; Ausgabe 10/2019


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