02.09.2014 | Unternehmen

Scope will mit US-Ratingagenturen konkurrieren

Torsten Hinrichs ist neuer Geschäftsführer von Scope
Bild: Scope

Das Berliner Analysehaus Scope will mit einer neuen Führung zum Global Player werden und den großen US-amerikanischen Ratingagenturen Paroli bieten. "Wir wollen in einigen Jahren zu den großen Amerikanern aufschließen", sagte der neue Geschäftsführer Torsten Hinrichs.

Das Geschäft wird bislang von den drei US-Agenturen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch dominiert. Hinrichs (55) war 15 Jahre lang Deutschlandchef von S&P, bevor er das Unternehmen im Januar verließ.

Scope wurde 2002 als Bewertungsagentur für Investmentfonds gegründet. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 wird über die Rolle der US-Ratingagenturen diskutiert. Ihnen wurde vorgeworfen, die Risiken zweitklassiger Hypothekenkredite in den USA nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Bislang ist es aber nicht gelungen, eine bedeutende europäische Ratingagentur als Gegengewicht einzurichten.

Scope wolle seine Kunden "mit Integrität und moderner Analytik" überzeugen, sagte Hinrichs. Die Bewertungen sollen "gut nachvollziehbar und verständlich sein". Seinen Bekanntheitsgrad wolle Scope erhöhen, indem man anerkannte Branchenexperten an Bord hole.

Bislang beurteile Scope vor allem Banken und komplexe Finanzierungen. Künftig stünden auch Anleihen mittlerer und großer Unternehmen im Fokus. Auf eine Bonitätsbewertung von Staaten will Scope verzichten.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Rating-Agentur

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