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Richter drängt im HRE-Prozess erneut zum Vergleich

Eine Niederlage im Prozess könnte für die Ex-Aktionäre teurer werden als gedacht
Bild: Haufe Online Redaktion

Es geht um rund eine Milliarde Euro, die Ex-Aktionäre von der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) vor dem Oberlandesgericht einklagen. Der Vorsitzende Richter, Guido Kotschy, drängt nun beide Seiten zu einem Vergleich. Mit Blick auf die Kläger sagte er, es sei durchaus zweifelhaft, dass die Anleger mit allen Forderungen Erfolg haben würden.

In dem Prozess werfen ehemalige Aktionäre dem Unternehmen vor, viel zu spät auf die Belastungen durch die Finanzkrise im Jahr 2007 hingewiesen zu haben. Sie fordern eine Entschädigung für die massiven Kursverluste ihrer Aktien, die früher im deutschen Leitindex Dax notiert waren. Insgesamt fordern sie rund eine Milliarde Euro. Das Gericht hat die Flut der Klagen in einem Musterprozess gebündelt, um zentrale Fragen der Beweisaufnahme für alle Verfahren zu klären.

Dabei kommt es in den wichtigen Punkten auf komplexe Details an, etwa die Bewertung von US-Papieren im Portfolio der Bank, aber auch die Frage, ab wann die Bankführung um teure Probleme wusste und wie sie damit umgegangen ist. Bisher hatte das Gericht denkbare Zahlungen nur für Aktionäre angenommen, die ihre Aktien im Zeitraum zwischen November 2007 und Mitte Januar 2008 gekauft hatten.

Kotschy hatte bereits an früheren Verhandlungstagen deutlich gemacht, dass die möglichen Forderungen am 15.1.2008 enden. An diesem Tag hatte die HRE in einer Pflichtmitteilung auf ihre Belastungen aus der Finanzkrise hingewiesen und damit einen Kursrutsch ausgelöst, durch den viele Aktionäre ein Vermögen verloren. Diese Ad-Hoc-Mitteilung stelle eine Zäsur dar. Anders sieht es beim Beginn der Frist aus, den das Gericht bisher im November 2007 sah.

Nach der Auswertung weiterer Unterlagen geht das Gericht davon aus, dass die Frist nun bereits am 3. August beginnen könnte. Es gebe deutliche Hinweise, dass die Bankführung bereits zu diesem Zeitpunkt von drohenden Schwierigkeiten wusste. An jenem 3. August hatte die HRE in einer Pressemitteilung erklärt, dass wegen der Finanzkrise in den USA "keine negativen Belastungen" zu erwarten seien. Die Kläger gehen davon aus, dass deswegen viele Anleger HRE-Papiere kauften, weil sie die Bank in der Krise für sicher hielten.

Auch deswegen dürfte die Zahl der Aktionäre, die im Fall der Fälle Schadenersatz bekommen könnten, deutlich steigen. Genauere Zahlen dazu gab es zunächst nicht. Für Kotschy ist ein Urteil nur die zweitbeste Lösung. Er drängte die Parteien erneut zu einem Vergleich.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienbank

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