14.08.2014 | Unternehmen

Münchner Staatsanwaltschaft erhebt Klage gegen Ex-HRE-Chef Funke

Im Strafprozess muss Funke vor Gericht erscheinen
Bild: Michael Bamberger

Dem Ex-Vorstandschef der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, und sieben weiteren früheren Top-Managern droht ein Strafprozess. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wurden die ehemaligen Vorstände in München angeklagt. Sie sollen in offiziellen Firmenberichten die Lage der Bank geschönt haben.

Funkes Anwalt Wolfgang Kreuzer betätigte der Nachrichtenagentur dpa den Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Die Ermittlungen in dem Fall seien abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft am Donnerstag in München. Zu den Inhalten könne er sich erst äußern, wenn die Betroffenen darüber informiert wurden.

Sollte das Landgericht die Klage zulassen, müsste Funke als Angeklagter persönlich vor Gericht erscheinen. Im Zivilprozess um Schadenersatzforderungen ehemaliger Aktionäre hatte er seine Aussage im Februar in letzter Minute abgesagt.

Funke wurde im Jahr 2008 zu einem der bekanntesten Akteure der Finanzkrise in Deutschland. Er trat Anfang Oktober 2008 als Vorstandschef zurück, nachdem die HRE fast zusammengebrochen war und mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden musste.

Nach seinem Abgang bei der HRE zog er von München nach Mallorca und handelte dort als Makler mit Luxusimmobilien. Wo er derzeit lebt, ist unklar. In der Öffentlichkeit trat Funke nicht mehr auf, wehrte sich aber aus der Ferne gegen den Vorwurf, für das HRE-Drama verantwortlich gewesen zu sein.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienbank

Aktuell

Meistgelesen