12.11.2015 | Unternehmen

Unicredit-Sparmaßnahmen kosten weitere Stellen bei der HVB

Die HVB hat im Zuge der Halbierung der Filialen in den vergangenen Monaten bereits Stellen abgebaut
Bild: Andreas Teichmann Fotografie

Die italienische Großbank Unicredit will bis 2018 rund 18.200 Stellen abbauen. Das entspricht rund 14 Prozent der 129.000 Beschäftigten. Davon betroffen ist auch die deutsche Tochter HypoVereinsbank (HVB) mit insgesamt 2.300 Vollzeitstellen. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX müssen noch rund 1.000 Stellen bei der HVB gestrichen werden.

Ein Großteil der Stellen bei der HVB wurde im Zuge der Halbierung der Filialen in den vergangenen Monaten bereits abgebaut.

Besonders schwer trifft es Österreich. Dort will der Konzern das Filialgeschäft mit rund 1,6 Millionen Kunden seiner Bank Austria verkaufen. Zudem soll die Zentrale des Osteuropageschäfts von Wien nach Mailand verlagert werden. Durch den Verkauf des Ukraine-Geschäfts und die Fusion der Fondstochter Pioneer mit einer Sparte der spanischen Bank Santander sollen weitere rund 6.000 Stellen wegfallen.

Mit dem Umbau will Bank-Chef Federico Ghizzoni den Gewinn bis 2018 auf 5,3 Milliarden Euro bringen. Analysten hatten mit einem weniger ehrgeizigen Ziel gerechnet. Unicredit folgt mit dem Sparprogramm der Deutschen Bank und der Credit Suisse, die in den vergangenen Wochen ebenfalls Einschnitte ankündigten. Im dritten Quartal sackte derweil der Überschuss um 30 Prozent auf 507 Millionen Euro ab. Hintergrund sind höhere Rückstellungen für faule Kredite.

Mit dem Umbau will die Unicredit auf die strengeren Kapitalanforderungen für Banken und die niedrigen Zinsen reagieren.
Künftig will Unicredit mit 111.000 Vollzeitstellen auskommen. Durch den Stellenabbau sollen die Kosten um 1,6 Milliarden Euro gedrückt werden. Zugleich will das Institut 1,2 Milliarden Euro für digitale Projekte ausgeben.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienbank, Immobilienkredit

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