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Unicredit steigert Nettogewinn auf 403 Millionen Euro

HBV-Verwaltungsgebäude in München
Bild: Andreas Teichmann Fotografie

Im zweiten Quartal steigerte die italienische Bank Unicredit, Mutterkonzern der deutschen Hypovereinsbank (HBV), den Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent auf 403 Millionen Euro. Das Institut will nun die Kosten unter anderem durch Verkäufe  weiter senken, auch bei der HBV sind Sparmaßnahmen geplant.

So sucht die Bank einen Käufer für ihre Tochter UCCMB, in der sie Problempapiere verwaltet. Zudem soll für den Fondsanbieter Pioneer ein Partner gefunden werden. Auch an der deutschen Tochter HVB gehen die Einschnitte nicht vorbei. Die HBV hatte Anfang des Jahres einen kräftigen Gewinneinbruch verzeichnet. Sie hat bereits angekündigt etwa die Hälfte ihrer 600 Filialen zu schließen. Der Umbau und darauf folgende Börsengang soll bis Ende 2015 angeschlossen sein.

Das Ergebnis war indessen besser als von Analysten erwartet. Die Bank profitierte etwa von niedrigeren Belastungen aus faulen Krediten. Vorstandschef Federico Ghizzoni hatte zu Jahresbeginn und vor dem Beginn des Bilanztests der Europäischen Zentralbank zahlreiche Problempapiere abgeschrieben. Dafür verbuchte er einen Milliardenverlust in der Bilanz des vergangenen Jahres. Jetzt profitiert die Bank davon, dass sie von diesen Altlasten befreit ist. So musste sie noch eine Milliarde für Problemkredite zurücklegen, vor einem Jahr war es ein halbe Milliarde mehr.

Auch die Kapitalpuffer stärkte das Institut. Die harte Kernkapitalquote - die das Eigenkapital ins Verhältnis zu den Risikopositionen setzt - stieg von Ende März bis Ende Juni von 9,9 auf 10,8 Prozent. Darin eingerechnet haben die Italiener bereits den in der vergangenen Woche vereinbarten Verkauf der Münchener Direktbank an den französischen Konkurrenten BNP Paribas. Zudem half der Teil-Börsengang der italienischen Direktbank Fineco.

Bei der anderen wichtigen Kapitalkennziffer, der Verschuldungsquote, sind die Italiener mit einem Wert von 4,7 Prozent in der Spitzengruppe unter den europäischen Banken. Analysten sehen die Bank auf gutem Weg, die laufende Überprüfung der EZB zu bestehen.

Ghizzoni hat der Bank einen harten Umbau verordnet. So will er die Kosten massiv senken und Randgeschäfte verkaufen. Die Bank sucht etwa einen Käufer für ihre Tochter UCCMB, in der sie Problempapiere verwaltet. Zudem soll für den Fondsanbieter Pioneer ein Partner gefunden werden. Auch an der deutschen Tochter HVB gehen die Einschnitte nicht vorbei. Sie hat bereits angekündigt etwa die Hälfte ihrer 600 Filialen zu schließen.

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