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Umsatz mit deutschen Gewerbeimmobilien sinkt deutlich

Im 1. Quartal 2012 wurden in Deutschland Gewerbeimmobilien im Wert von 4,8 Milliarden Euro gehandelt. Das bedeutet einen Rückgang von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt Savills in einer aktuellen Studie.

Verglichen mit den vorangegangenen Quartalen ist das Interesse der Käufer an Büroimmobilien aber wieder spürbar gestiegen. Ganz oben in der Gunst der Investoren stehen nach wie vor Einzelhandelsimmobilien.

Im 1. Quartal 2012 wurden 40 Prozent des Transaktionsvolumens in Einzelhandelsobjekte investiert. Büroobjekte kamen auf einen Anteil von etwa 32 Prozent. Damit schwächt sich die 2011 begonnene Verschiebung von Büro- zu Einzelhandelsimmobilien wieder etwas ab. Auch "aufgrund des Mangels an adäquaten Einzelhandelsobjekten haben Investoren nun wieder verstärkt zu Büroobjekten gegriffen“, sagt Matthias Pink, bei Savills verantwortlich für das Research in Deutschland.

Bei den größeren Deals halten sich die beiden Segmente in etwa die Waage. Während mit dem Verkauf der Allianz-Zentrale und des Trianon (Kauf eines 57 %-Anteils) die beiden größten Transaktionen dem Bürosegment zugerechnet werden können, fanden daneben auch zahlreiche großvolumige Einzelhandelskäufe statt, darunter der Erwerb der Europa-Passage (Kauf eines 45 %-Anteils) sowie der Erwerb des Postquartiers in Stuttgart.

München und Düsseldorf mit den höchsten Zuwachsraten

Von den sechs größten deutschen Immobilienmärkten Deutschlands weisen München und Düsseldorf die höchsten Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahresquartal auf (+ 251 % bzw. + 117 %).

Absolut betrachtet kam Frankfurt auf ein Investitionsvolumen von rund 680 Millionen Euro, was mehr als 14 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens in Deutschland ausmachte. Auch München (+ 72 %), und Köln (+ 25 %) legten beim Transaktionsvolumen zu, während Berlin (- 30 %) und Hamburg (- 43 %) zum Teil deutliche Rückgange zu verzeichnen hatten. Der Anteil der Top 6 betrug insgesamt etwas mehr als 40 Prozent und lag damit etwa fünf Prozentpunkte unter dem Durchschnittswert von 2011.

Stärkste Käufergruppen: Fonds

Der Anteil inländischer Käufer betrug im 1. Quartal 2012 knapp 75 Prozent und lag damit noch über dem Wert des Jahres 2011. Ausländische Käufer kamen insbesondere aus UK, der Schweiz und Nordamerika. Zu den stärksten Käufergruppen zählten wie im Vorjahr Offene und Geschlossene Fonds, während Immobilien AGs / REITs, Banken sowie Bauträger und Projektentwickler zu den größten Nettoverkäufern gehörten.

Für das Gesamtjahr 2012 erscheint das Erreichen der 20-Milliarden-Euro-Marke weiterhin realistisch, da von etwas höheren Transaktionsvolumina in den kommenden Quartalen auszugehen ist.

Deals im Projektentwicklungssegment verdoppelt

„Das Interesse an deutschen Immobilien ist nach wie vor ungebrochen“, meint Lars-Oliver Breuer, Managing Director Investment und bei Savills verantwortlich für das Investmentgeschäft in Deutschland. Zumindest auf der Angebotsseite zeichne sich mittelfristig eine Entspannung ab.

„Im Projektentwicklungssegment steigt die Aktivität merklich“, so Breuer. Die Zahl der Deals mit Entwicklungsgrundstücken hat sich gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu verdoppelt (von 65 auf 109). Die hier geplanten Projektentwicklungen werden für zusätzliches Angebot im Premium-Segment sorgen, allerdings wird sich dies in den Umsatzzahlen des laufenden Jahres noch nicht widerspiegeln.

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