05.03.2012 | Investoren

UK dominiert europäischen Markt für Hotelinvestments

Knapp 6,8 Milliarden Euro wurden im Jahr 2011 in den fünf führenden europäischen Ländern in Hotelimmobilien investiert, wie BNP Paribas Real Estate mitteilt. Dabei bleibt Großbritannien klar an erster Stelle.

Das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit setzte sich der im Jahr 2010 begonnene Erholungsprozess im Hotelsektor in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien weiter fort. Das Wachstumstempo des Investitionsvolumens verlangsamte sich allerdings in der zweiten Jahreshälfte und vor allem im vierten Quartal 2011 erheblich. Der Ausblick für das Jahr 2012 bleibt insgesamt positiv.

Mit einem Anteil von 49 Prozent am Transaktionsvolumen in den fünf Kernländern dominierte Großbritannien im Jahr 2011 den Markt für Hotelinvestments. Der Umsatz erreichte hier mit 3,3 Milliarden Euro ein Plus von 13 Prozent, verglichen mit einem Rückgang um elf Prozent bei den Gesamtinvestitionen in Gewerbeimmobilien. Unter den bedeutendsten Abschlüssen waren der Verkauf des W Hotels (233 Mio. €) sowie des Holiday Inn Mayfair (181 Mio. €). Dabei bleibt London mit 84,4 Prozent zum Jahresende 2011 nach wie vor der Standort mit der höchsten Auslastungsquote in ganz Europa.

Frankreich eines der dynamischsten Länder

In Frankreich wurden im Jahr 2011 mehr als 1,8 Milliarden Euro in Hotels investiert. Trotz eines leichten Rückgangs (minus 3 % gegenüber 2010) ist der Markt nach wie vor einer der dynamischsten Europas. Bedeutendster Abschluss im vergangenen Jahr war der Verkauf des Marriott Champs Elysées (215 Mio. €) im ersten Quartal.

Auch bei Portfolio-Verkäufen blieb der französische Markt lebhaft: Mit insgesamt 713 Millionen Euro hatte Frankreich einen Anteil von 68 Prozent am Gesamtvolumen aller Portfolio-Transaktionen in den fünf touristischen Hauptmärkten Europas.

Paris nimmt eine herausragende Stellung unter den europäischen Städten ein und musste nur Genf (133 €) den Vortritt lassen.

Deutschland mit geringerem Investitionsvolumen

Die erste Jahreshälfte 2011 begann fulminant (652 Mio. €), danach verloren die Hotel-Investmentaktivitäten jedoch an Tempo: Von Juli bis Dezember betrug das Transaktionsvolumen nur noch 283 Millionen Euro. Bemerkenswerte Abschlüsse waren hier vor allem der Verkauf des Radisson SAS in Frankfurt am Main (100 Mio. €) sowie des Scandic in Berlin (85 Mio. €).

Dank seiner Vorrangstellung als Tagungs- und Messestandort hatte Deutschland bereits im Jahr 2010 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Nach wie vor verzeichnet München die besten Ergebnisse mit einer Belegungsquote von 75,1 Prozent und einem durchschnittlichen Zimmerpreis von mehr als 102 Euro.

Spanien: Investitionen weiterhin stagnierend

Spanien verzeichnete auch im Jahr 2011 nur schwache Hotel-Investmentaktivitäten mit einem Minus um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr (auf 596 Mio. €). Allerdings fiel der Rückgang geringer aus als im gesamten gewerblichen Immobilienbereich (minus 46 %). Die Anleger blicken wieder positiv in die Zukunft und erwarten langfristig eine Erholung der Hotelbranche.

Obwohl stark gebeutelt von der Rezession, bleibt Spanien das weltweit drittbeliebteste Reiseziel für Touristen und nach den Einkünften aus dem Fremdenverkehr die Nummer 1. Zu den bedeutendsten Abschlüssen gehörten im Jahr 2011 der Verkauf des Hotels Palace in Barcelona (68 Mio. €) und des Hotels Hesperia in Madrid (80 Mio. €).

Italien verzeichnet kaum Bewegung bei Hotelinvestments

Mit einem Umsatz von nur 117 Millionen Euro lag der italienische Markt für Hotelimmobilien im Jahr 2011 weitgehend brach. Für die zweite Jahreshälfte wurde lediglich ein einziger Abschluss registriert: Der Verkauf des Sansicario Majestic für weniger als zehn Millionen Euro.

Trotzdem zeigt die italienische Hotelbranche weiterhin Anzeichen einer Erholung. So wies das Land im Jahr 2011 mit 65,70 Euro RevPAR immer noch das höchste Niveau unter den fünf beobachteten Euro-Ländern auf. Trotz einer Zunahme um 3,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 lag dies allerdings immer noch weit unter dem Wert von 2007. Dies liegt vor allem am zweistelligen Rückgang bei den durchschnittlichen Zimmerpreisen zwischen 2008 und 2009.

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