| Stuttgart

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen LBBW-Vorstände

Die sieben Beschuldigten rechnen nicht mit einer Anklage
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen zwei amtierende und fünf ehemalige Vorstände aus Deutschlands größter Landesbank LBBW erhoben: Sie müssen mit einem Strafprozess wegen Bilanzfälschung rechnen. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Die Fälschungsvorwürfe lauten auf "unrichtige Darstellung" sowie "Verletzung der Berichtspflicht". Es drohen Gefängnis oder Geldstrafe. Der Verdacht der Untreue habe sich dagegen nicht erhärtet.

Es geht um Geschäftsabschlüsse der Jahre 2005, 2006 und 2008. Kern des Vorwurfs: Zum ungehemmteren Zocken an den Finanzmärkten sollen die Manager ein Konstrukt aus Tochterfirmen errichtet haben, das Risiken aus der offiziellen Bilanz heraushält. Zudem sollen sie die "dramatische Lage" einer eigentlich lebensrettenden Finanzspritze als bloße Vitalisierung ihrer Wettbewerbsfähigkeit verschleiert haben.

Die sieben Beschuldigten rechnen eigenen Angaben zufolge nicht damit, dass das Landgericht Stuttgart der Anklage überhaupt Chancen einräumt und den Prozess anberaumt. Die Anklage wegen Bilanzfälschung zielt gegen die amtierenden LBBW-Vorstände Michael Horn und Hans-Joachim Strüder, die schon 2005 in der Chefetage der Landesbank saßen. Bei den übrigen fünf früheren Vorständen handelt es sich um Ex-LBBW-Chef Siegfried Jaschinski und seine restliche damalige Führungsriege: Peter Kaemmerer (seit 2006), Joachim Schielke, Bernhard Walter und Rudolf Zipf.

Zusätzlich sind auch zwei LBBW-Mitarbeiter wegen Beihilfe angeklagt sowie zwei Fachleute aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Bilanzexperten bescheinigten in der Vergangenheit als Kontrollinstanz - so wie es bei großen Unternehmen vorgeschrieben ist - die Korrektheit der LBBW-Geschäftsberichte.

Schlagworte zum Thema:  Landesbank, Immobilienfinanzierung, Anklage

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