In Ostdeutschland sind die privaten Immobilienfinanzierungen durch die Sparkassen im Jahr 2016 um ein Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das ist ein neuer Trend, wie der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) mitteilt. Gegen den Trend in den insgesamt vier ostdeutschen Ländern nahmen in Mecklenburg-Vorpommern die Darlehen zur Wohnungsbaufinanzierungen zu: um 4,4 Prozent auf 889 Millionen Euro.

Insgesamt boomt dem Verband zufolge die Kreditvergabe in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. So hätten die Sparkasseninstitute dieser Länder im vergangenen Jahr insgesamt neue Kredite in Höhe von 10,5 Milliarden Euro vergeben, das seien 3,1 Prozent mehr als 2015 gewesen.

Sparkassen in Meck-Pomm steigern Kreditvergabe erheblich

Der anhaltende Niedrigzins halte die Investitionsbereitschaft vor allem von Unternehmen, aber auch von Privatpersonen in Mecklenburg-Vorpommern hoch, sagte der Geschäftsführende OSV-Präsident Michael Ermrich. 2016 hätten die neun Sparkassen im Nordosten Kredite im Umfang von 1,6 Milliarden Euro vergeben. Das seien 8,7 Prozent mehr gewesen als im Jahr davor.

Am stärksten stiegen die Neukredite auch in Mecklenburg-Vorpommern für Unternehmen und Selbstständige: um ein Fünftel auf 762 Millionen Euro. Die Kreditvergabe an Privatpersonen wuchs um 2,3 Prozent auf 730 Millionen Euro. Die Gesamtsumme von Alt- und Neukrediten im gesamten OSV-Gebiet belief sich 2016 auf 7,5 Milliarden Euro.

Kritisch äußerte sich Ermrich zu Regulierungsmaßnahmen wie der umstrittenen Wohnimmobilienkreditrichtlinie sowie Plänen der Europäischer Bankenaufsichtsbehörde und Europäischer Zentralbank, politische Akteure künftig aus Verwaltungsräten der Sparkassen zu verbannen. Dies treffe auch Trägervertreter, die das Interesse der Gesellschaft vor Ort repräsentieren.

Zum Ostdeutschen Sparkassenverband gehören insgesamt 45 Sparkassen.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfinanzierung