29.01.2015 | Bundesbank

Sorgt die EZB-Geldpolitik für eine Immobilienblase?

EZB-Geldpolitik lässt Gefahr von Preisblasen steigen
Bild: Gisela Peter ⁄

Die Deutsche Bundesbank warnt vor Preisblasen am europäischen Immobilienmarkt. Aufgrund einer extrem lockeren Geldpolitik steige die Liquidität bei sinkenden Zinsen. "Damit steigt das Risiko von Vermögenspreisblasen an - nicht zuletzt am Immobilienmarkt", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret auf einer Tagung des Eigentümerverbands Haus & Grund in Berlin.

"Aus diesem Blickwinkel ist die Welt für Immobilieninvestoren also etwas gefährlicher geworden", so Dombret weiter. Aktuell deuteten zwar weder die Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt noch die Entwicklung der Kreditvergabe oder der Kreditvergabestandards auf eine Preisblase hin, allerdings müsse bewusst sein, dass die Entscheidung der EZB, in großem Stil Staatsanleihen zu kaufen, eine Zeitenwende an den Kapitalmärkten eingeläutet hat.

Dombret sieht aber die Gefahr, dass Anleger auf der Suche nach Rendite angesichts der niedrigen Zinsen nun eher in Aktien oder Immobilien investieren werden, wie auch eine Studie von CBRE zeigt, die sie bisher wegen höherer Risiken gemieden haben: "Die Entstehung von Preisblasen wird damit wahrscheinlicher, und das könnte zu einem Problem für die Stabilität des Finanzsystems werden."

Die Europäische Zentralbank hatte vergangene Woche beschlossen, bis September 2016 Staatsanleihen und andere Papiere im Gesamtwert von gut 1,1 Billionen Euro zu kaufen. Das frische Geld kommt im Idealfall über die Banken, denen die Zentralbank Anleihen abkauft, in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienblase

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