05.06.2015 | Scope

Anleger investieren im ersten Quartal 2015 rund 1,7 Milliarden Euro in offene Fonds

Hohe Mittelzuflüsee sorgen für Investmentdruck bei den Fondsanbietern
Bild: Haufe Online Redaktion

Rund 80 Prozent der Anbieter offener Immobilienfonds bezeichnen ihre Lage 2015 als gut oder sehr gut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Ratingagentur Scope. In den ersten drei Monaten nahmen Fonds, die Privatinvestoren offen stehen, netto rund 1,7 Milliarden Euro an Anlegergeldern auf. Das sind fast eine Milliarde Euro mehr als im ersten Quartal 2014.

Derzeit ist damit die größte Herausforderung der Fondsmanager, die Mittelzuflüsse zu managen und zu investieren.

Scope Ratings hat im Mai dieses Jahres Anbieter offener Immobilienpublikumsfonds in Deutschland zu ihren Einschätzungen und Plänen befragt. An der Umfrage haben alle relevanten Anbieter teilgenommen. Sie verwalten Immobilienpublikumsfonds (ohne in Liquidation befindliche Fonds) mit einem Volumen von insgesamt 68,6 Milliarden Euro.

Die befragten Anbieter gehen von einer Fortsetzung dieses Trends aus: Zwei Drittel der Befragten rechnen mit deutlichen Nettomittelzuflüssen bis zum Jahresende, rund 20 Prozent mit moderaten Zuflüssen und nur rund zehn Prozent erwarten Stagnation. Keiner der Umfrageteilnehmer erwartet Mittelabflüsse in diesem Jahr.

Mehr als die Hälfte will Liquidität aktiv begrenzen

Wir stark das Anlegerinteresse derzeit ausfällt, lässt sich auch daran ablesen, dass mehr als die Hälfte der Befragten davon aus geht, dass es künftig vermehrt zu sogenannten "Cash-Stopps", also einer bewussten Begrenzung von Mittelzuflüssen kommen wird, damit die Liquiditätsquoten der Fonds nicht weiter anschwellen.

Bereits heute liegen die Liquiditätsquoten der von Scope bewerteten Publikumsfonds für Privatanleger bei durchschnittlich 22,5 Prozent des Nettofondsvermögens. Zwei Drittel der Fondsanbieter gehen davon aus, dass die Liquiditätsquote zum Jahresende höher oder deutlich höher liegen wird als Ende 2014.
Trotz der weiter anwachsenden – und zugleich extrem niedrig verzinsten – Liquidität erwarten alle Anbieter, dass die Renditen ihrer Fonds auf dem Vorjahresniveau liegen werden. Im Jahr 2014 betrug die Durchschnittrendite der von Scope bewerteten Publikumsfonds 2,6 Prozent.

Ausweitung der Investitionsaktivitäten geplant

Die Erwartungen in Bezug auf die Mittelzuflüsse korrespondieren mit den geplanten Investitionen: Fast 60 Prozent der Fondsanbieter rechnen für die gesamte Branche in diesem Jahr mit einem höheren Ankaufsvolumen im Vergleich zum Vorjahr. Weitere rund 20 Prozent der Befragten erwarten sogar eine deutlich Ausweitung. Rund 20 Prozent erwarten Investitionen auf Vorjahresniveau. Keiner der befragten Fondsanbieter rechnet mit einem geringeren Ankaufsvolumen.

Keiner der befragten Anbieter empfindet die Verfügbarkeit von geeigneten Objekten als sehr gut oder gut. Immerhin zwei Drittel bezeichnen die Verfügbarkeit als befriedigend, ein Drittel der Anbieter bezeichnet sie jedoch als unbefriedigend oder schlecht.

Die hohe Ankaufskonkurrenz bei geeigneten Immobilien veranlasst zahlreiche Fondsmanager in Projektentwicklungen zu investieren. Dieser Trend war bereits im vergangenen Jahr klar zu beobachten: Fast ein Drittel des Ankaufsvolumens entfiel 2014 auf Objekte, die noch nicht fertiggestellt sind. Dieser Trend wird sich 2015 fortsetzen.

Deutschland und Nordamerika im Fokus

Bei den bevorzugten Investitionsstandorten dominieren Deutschland und Nordamerika. Objekte in Japan, Frankreich und Südeuropa stehen am häufigsten auf der Verkaufsliste. Interessant: Die Vorstellungen zur Attraktivität der Ankaufs- und Verkaufsregionen sind mit denen der Vermittler nahezu identisch.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfonds

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