15.12.2016 | Dortmund

Prozessauftakt: Adlon-Investor Jagdfeld will 536 Millionen Euro Schadenersatz von Signal Iduna

Fall Adlon: Der Streitwert wird vom Gericht auf 429 Millionen Euro taxiert
Bild: siepmannH ⁄

Heute beginnt der Prozess vor dem Landgericht Dortmund: Anno August Jagdfeld, Investor des Berliner Adlon-Hotels, verklagt Signal Iduna auf 536 Millionen Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung. Die Versicherung weist die Vorwürfe zurück. Das Gericht wird prüfen, ob die Versicherung schadenersatzpflichtig ist. Falls das bejaht werde, würde später über die Höhe gestritten, sagte ein Sprecher.

Jagdfeld wirft Signal Iduna rufschädigende Äußerungen im Streit um einen Immobilienfonds zur Finanzierung des Luxushotels vor. Die Versicherung zählt mit fünf Millionen Euro Einlagen zu den Fonds-Investoren. Über den von Jagdfeld geführten Fonds hatten rund 5.000 Geldgeber rund 220 Millionen Euro für das Adlon investiert.

"Es gibt keine einzige negative Äußerung der Signal Iduna über Herrn Jagdfeld", sagte ein Unternehmenssprecher.

Auslöser des Konflikts waren die aus Sicht mancher Anleger zu geringen Ausschüttungen des von Jagdfeld verwalteten Adlon-Fonds. Die versprochenen vier Prozent Rendite sollen deutlich unterschritten worden sein. Jagdfeld soll die Anleger mehrfach gebeten haben, auf Geld zu verzichten. Daraufhin bildete sich eine "Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger", der auch Signal Iduna beitrat.

Im Jahr 2014 hatte Signal Iduna über einen Anwalt Jagdfeld außerdem wegen Untreue angezeigt, die Vorwürfe wurden in zwei Gerichtsinstanzen abgewiesen.

Jagdfeld behauptet, diese Gemeinschaft, in der die Versicherung seiner Meinung nach eine wichtige Rolle spielte, habe in "Info-Briefen" an die Anleger falsche Behauptungen aufgestellt. Durch eine "Rufmordkampagne" sei Vertrauen zerstört, die Genehmigung neuer Kredite erschwert und so ein erheblicher Schaden angerichtet worden, hieß es aus dem Unternehmen.

Schlagworte zum Thema:  Klage, Schadensersatz, Immobilienunternehmen, Investor

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