16.12.2013 | Prozess

Sal. Oppenheim klagt gegen Middelhoff

Sal. Oppenheim reagiert mit einer Gegenklage auf Middelhoff
Bild: Sal. Oppenheim

Das Bankhaus Sal. Oppenheim hat Klage gegen Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und dessen Frau eingereicht. Das teilte das Landgericht Köln mit und bestätigte damit einen "Spiegel"-Bericht. Klagegegenstand sind 77,86 Millionen Euro. Dabei soll es sich um Kredite handeln, die das Paar nicht zurückgezahlt hat.

Nachdem Thomas und Cornelie Middelhoff die Bank zuvor auf 101 Millionen Euro verklagt hätten, habe die Bank nun mit einer sogenannten Widerklage reagiert, erläuterte Richterin Dorothea Heine. Ein Sprecher von Sal. Oppenheim wollte das laufende Verfahren am Montag nicht kommentieren.

Der Middelhoff-Anwalt Winfried Holtermüller sagte, die Widerklage komme nicht unerwartet. "Ich finde, das ist die falsche Taktik des Bankhauses. Die Forderungen sind rechtlich sehr bedenklich." Sinnvoll wäre es, einen Vergleich anzustreben. Die Middelhoffs seien weiterhin gesprächsbereit, sie seien keine "Prozesshansel". Er glaube auch, dass die Sache letztlich mit einem Vergleich enden werde, sagte Holtermüller.
Das Ehepaar Middelhoff fordert die Rückabwicklung seiner Beteiligungen an diversen Oppenheim-Esch-Fonds und die Freigabe von rund 23 Millionen Euro Festgeldern, die von der Bank eingefroren worden seien. Im Mittelpunkt dieser Klage stehen nach Angaben Holtermüllers Fondsbeteiligungen, für die das Ehepaar Zahlungen in Höhe von 76 Millionen Euro geleistet habe. Dieses Geld wolle man mit Zinsen zurück.

Die Fonds waren von der Bank und ihrem Immobilienpartner Josef Esch als Steuersparmodelle für Superreiche konzipiert worden. Nach Aussage des Anwalts hatten die Middelhoffs ihr Geld konservativ und vermögenserhaltend anlegen wollen. Doch die Fonds seien "eine reine Geldvernichtung" gewesen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfonds, Immobilienbank

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