27 Prozent der Private Equity Immobilien-Transaktionen in Europa sind im vergangenen Jahr auf die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) entfallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Beratungsgesellschaft PwC und dem Datendienstleister Preqin. Dies sei ein neues Ausmaß, heißt es in der Studie: 2014 lag der Anteil bei 15 Prozent. "Immobilieninvestitionen werden für Private Equity Fonds immer wichtiger", sagt Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland.

Auch der Gesamtwert der Transaktionen ist der Studie zufolge in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich gestiegen: Während die Transaktionen 2014 noch einen Anteil von 13 Prozent des europäischen Gesamtmarktes ausmachten, kamen die drei Länder im vergangenen Jahr bereits auf 26 Prozent.

"In den vergangenen Jahren wurde die Stärke des deutschen Immobilienmarkts häufig mit der Schwäche anderer Regionen begründet. Da war die Wirtschaftskrise in Südeuropa, später das Brexit-Votum in Großbritannien, und immer hieß es: Als ‚Safe Haven‘ profitiert Deutschland von dieser Entwicklung“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, Leiterin Real Estate bei PwC in Deutschland. Insgesamt verstärke sich der Eindruck, dass die DACH-Region mittlerweile mit den USA, Großbritannien und den großen asiatischen Märkten mithalten könne, meint die Expertin.

DACH-Region: Renditen verhältnismäßig hoch

Ein Argument, das laut PwC für die DACH-Region spricht, sind die Renditen: Die durchschnittliche Verzinsung etwa eines hochwertigen deutschen Immobilienportfolios liegt der Studie zufolge immer noch rund drei Prozentpunkte über der Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe.

Auch die Dynamik am DACH-Markt spreche für sich: Während die Zahl der Private-Equity-Deals in Europa PwC zufolge zwischen 2012 und 2017 um durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr stieg, waren es in den drei deutschsprachigen Ländern 42 Prozent. Der Gesamtwert der Deals stieg jährlich sogar um durchschnittlich 87 Prozent (Gesamt-Europa: (37 Prozent).  

Investorenszene entwickelt sich

Was die Investorenszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeht, kommt die PwC-Studie basierend auf Preqin-Zahlen für 2015 auf 403 institutionelle Immobilieninvestoren in den drei Ländern. Aktuell seien es 557 Investoren das bedeutet einen Anstieg um 38 Prozent seit 2015. Auch die "Assets under Managements" in der DACH-Region" dürften zunehmen – laut PwC schon deshalb, weil die private Säule in der Altersvorsorge wichtiger wird. Schon jetzt verwalten laut PwC die Pensionsfonds in den drei DACH-Ländern mehr als eine Billion Euro.

Fokus verlagert sich weg von Europa

Der Fokus der DACH-Investoren wird sich laut PwC in den kommenden Jahren sukzessive von den einheimischen Märkten weg bewegen. "Aus Gesprächen mit führenden deutschen Investmentmanagern wissen wir, dass sie ihr europäisches Exposure weiter diversifizieren wollen", erklärt Eickermann-Riepe.

Etwa deutsche Real-Estate-Investoren haben zwischen März 2017 und März 2018 bereits sechs Milliarden Dollar in US-Immobilien investiert. In der DACH-Region investierten dieselben Investoren 16,4 Milliarden Euro. "Inwiefern sich dieser Trend tatsächlich weiter verstärkt, hängt aber nicht zuletzt davon ab, ob die Kosten für die verpflichtende Absicherung von Währungsrisiken wieder sinken oder langfristig auf dem aktuell hohen Niveau verbleiben werden", so Eickermann-Riepe abschließend.

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