24.08.2011 | Investoren

Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien kühlt ab

Erstmals seit den erheblichen Preis- und Mietsteigerungen von Wohnimmobilien nach der Finanzkrise lässt die Aufwärtsbewegung im zweiten Quartal 2011 deutlich nach. Dies geht aus dem aktuellen F+B-Wohn-Index Deutschland hervor.

Dabei zeigt sich jedoch eine divergierende Entwicklung im Hinblick auf die einzelnen Objektarten. Wohnimmobilien erlebten derzeit eine Renaissance als solide und langfristige Vermögensanlage, stellt Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt, fest. Dies zeige sich in anziehenden Preisen für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäusern - insbesondere in prosperierenden Metropolregionen. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland um 0,5 Prozent, gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um 2,3 Prozent.

Bei Mehrfamilienhäusern ist diese Entwicklung mit 0,3 Prozent und 1,5 Prozent etwas schwächer ausgeprägt. Auch die Neuvertragsmieten bewegten sich im Durchschnitt laut F+B-Index leicht nach oben: um 0,3 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang und um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Abkühlen der deutschen Wirtschaft und die Unsicherheit auf den Finanzmärkten spiegele sich hingegen in den Eigenheimpreisen wider, die gegenüber dem Vorquartal um 0,8 und gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent zurückgingen. Dies gelte vor allem für Einfamilienhäuser in ländlichen Regionen.

Auch die Bestandsmieten verzeichnen laut F+B-Index Rückgänge: Um minus 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn und um minus 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der F+B-Wohn-Index Deutschland sinkt im zweiten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorquartal um minus 0,2 Prozent auf 101,3 Punkte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nimmt er nur um 0,1 Prozent zu und liegt somit deutlich unter der Inflationsrate. Unterschiede gibt es auch in den einzelnen Bundesländern: Die höchsten Preise werden in Hamburg und in Bayern erzielt, es folgen Baden-Württemberg und Hessen. Die Schlusslichter im Bundesländervergleich bilden die ostdeutschen Länder, auch Niedersachsen befindet sich unter dem Bundesdurchschnitt.

 

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