12.08.2016 | Unternehmen

Pfandbriefbank PBB: Überschuss sackt im zweiten Quartal um 35 Prozent ab

Seine Jahresprognose hat der Vorstand unter erheblichen Vorbehalt gestellt
Bild: Corbis

Nachdem die Pfandbriefbank PBB bereits im ersten Quartal 2016 Verluste hinnehmen musste, sind auch die Monate April bis Juni für den Finanzierer von gewerblichen Immobilien und öffentlichen Investitionen nicht gut gelaufen. Im zweiten Quartal sackte der Überschuss um 35 Prozent auf 32 Millionen Euro ab.

Seine Jahresprognose stellte der Vorstand unter erheblichen Vorbehalt. "Bei einer zusätzlichen Verschärfung der ohnehin schwierigen Marktsituation" ließen sich die Erwartungen nicht halten, warnte Bankchef Andreas Arndt. Das Ziel für die Vergabe neuer Kredite musste die Bank schon kassieren. Ursprünglich hatte sich der Finanzierer vorgenommen, das Neugeschäft bei zwölf Milliarden Euro stabil zu halten. Nun soll es deutlich zurückgehen. Als Grund gibt die Bank den harten Wettbewerb an, in dem wegen der Politik der Notenbanken massenhaft billiges Geld auf eine überschaubare Nachfrage trifft. In den ersten sechs Monaten vergab PBB 4,7 Milliarden Euro neue Kredite, ein Jahr zuvor waren es sechs Milliarden.

Schlusslicht im MDax

Die Börse reagierte verstimmt. Die PBB-Aktien verloren mehr als fünf Prozent und waren damit schwächster Wert im MDax. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund ein Viertel eingebüßt. Damit hat sich PBB aber sich noch deutlich besser gehalten als Commerzbank und Deutsche Bank. Der Kurs der direkten Konkurrentin Aareal Bank hat allerdings im selben Zeitraum immerhin zwei Prozent zugelegt.

PBB betonte, sich in dem aktuellen Umfeld nicht auf größere Risiken einlassen zu wollen. Daher nimmt das Institut ein schwächeres Geschäft in Kauf. Als Folge sackte der Zinsüberschuss im zweiten Quartal bereits um 20 Prozent ab. Für das Gesamtjahr stellt sich das Institut nun auch auf ein "deutlich" schlechteres Zins- und Provisionsergebnis ein. Ein Ausweg soll in die USA führen, wo die Bank in der zweiten Jahreshälfte wieder in den Markt einsteigt.

Ein Fünftel unter Vorjahreswert

Noch hofft der Vorstand, die Rückgänge durch eine niedrigere Risikovorsorge und Kostensenkungen weitgehend wettzumachen. In den ersten sechs Monaten musste die Bank nichts mehr für faule Kredite zurücklegen, da ihre Kunden auch dank der niedrigen Zinsen derzeit keine Probleme mit Tilgung und Rückzahlung haben. Deshalb hielt PBB an der Gewinnprognose fest, wonach der Vorsteuergewinn von 195 Millionen Euro im vergangenen Jahr weiter nur "leicht" zurückgehen soll. Nach den ersten sechs Monaten liegt die Bank allerdings mit 87 Millionen Euro bereits gut ein Fünftel unter dem Vorjahreswert.

Rückblick: So lief das erste Quartal 2016

Im ersten Quartal 2016 hatte die Deutsche Pfandbriefbank ein Vorsteuerergebnis von 45 Millionen Euro erzielt und befand sich damit deutlich unter dem Vergleichsquartal 2015 mit 51 Millionen Euro. Das Neugeschäftsvolumen lag konstant bei 2,9 Milliarden Euro. Vom Neugeschäft entfielen 2,7 Milliarden Euro auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung und 0,2 Milliarden Euro auf die Öffentliche Investitionsfinanzierung.

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