Zwölf von 18 offenen Immobilienfonds haben ihre Vermietungsquote mit Stand zum 26.4.2018 auf Jahressicht zum Teil noch einmal gesteigert, wie eine Analyse der Ratingagentur Scope zeigt. Den größten Zuwachs verzeichnete demnach der "WestInvest InterSelect" mit einem Plus von 4,23 Prozentpunkten auf eine Quote von rund 94,3 Prozent. Die durchschnittliche Vermietungsquote liegt aktuell bei 95,3 Prozent (Vergleichszeitraum 2017: 94,5 Prozent).

Portfoliobereinigungen und Ankauf voll vermieteter Objekte

Zur gestiegenen Vermietungsquote beigetragen hat laut Scope auch der Aspekt "gezielte Portfoliobereinigungen", im Zuge dessen zahlreiche Fondsmanager Immobilien mit hohem Leerstand rechtzeitig verkauft haben. Parallel wurde in voll vermietete großvolumiger Objekte investiert, was sich positiv auf die Vermietungsquote ausgewirkt hat. Auch die vorzeitige Verlängerung von Mietverträgen sorgte für Stabilität in Bezug auf die Vermietungsquote.

Größter Zuwachs beim "WestInvest InterSelect"

Das Spektrum der Vermietungsquoten der 18 untersuchten Fonds reicht aktuell von 89,7 Prozent bis 99,9 Prozent. Ab einer Quote von 97 Prozent besteht faktisch Vollvermietung.

Diese Schwelle erreichen derzeit vor allem Fonds mit einem geringen Volumen wie der "Deka-ImmobilienNordamerika" (plus 0,04 Prozentpunkte auf 99,9 Prozent) und der "Leading Cities Invest" (plus 1,2 Prozentpunkte auf 98,9 Prozent) von KanAm. Bei den großvolumigen Fonds hat mit 97,8 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte) der "UniImmo: Deutschland" die höchste Quote. Aber auch der "UniInstitutional German Real Estate" (minus 0,4 Prozentpunkte auf 98,7 Prozent), der "grundbesitz Fokus Deutschland" (minus 0,3 Prozentpunkte auf 98,1 Prozent) und der "WestInvest ImmoValue" (plus 0,35 Prozentpunkte auf 97,05 Prozent) liegen über dieser Grenze.

Den größten Anstieg der Vermietungsquote verzeichnete der "WestInvest InterSelect" mit plus 4,2 Prozentpunkten auf 94,3 Prozent vor dem "UBS (D) Euroinvest Immobilien" mit einem Zuwachs von 3,7 Prozentpunkten auf 93,8 Prozent und dem "Deka-Immobilien Global" mit 1,6 Prozentpunkten auf rund 96,4 Prozent. Den größten Verlust und die niedrigste Perfomarnce hat Scope beim "grundbesitz global" beobachtet: minus 0,9 Prozentpunkte auf 89,7 Prozent.

Ausblick: Stabile Vermietungsquoten

Scope zufolge lassen sich die Vermietungsquoten der meisten offenen Immobilienfonds kaum noch nennenswert erhöhen. Sie befinden sich bereits auf einem sehr hohen Niveau. Aufgrund der positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen erwartet Scope auf Jahressicht stabile Vermietungsquoten.

Leerstehende Immobilien erwirtschaften nicht nur keine Mieterträge, sondern verursachen zusätzliche Kosten. Hoher Leerstand belastet die Performance deutlich. Laut Scope sind Vermietungsquoten von mehr als 93 Prozent positiv. Sinkt die Vermietungsquote signifikant unter diese Schwelle, hat dies einen negativen Einfluss auf das Rating.

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