26.05.2014 | Scope

Offene Fonds büßen für Vermittler an Attraktivität ein

Mangelware: kleine, flexible Fondsprodukte und reine Wohnimmobilienfonds
Bild: freepiks

Während Anbieter zuversichtlich sind, haben offene Immobilienfonds für zahlreiche Vermittler an Attraktivität verloren. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Scope in einer Umfrage. Fast 90 Prozent der Anbieter beurteilen ihre Geschäftslage 2014 als gut oder sehr gut, während nur zwei Prozent der Vermittler das tun.

Der Anteil der Banken und freien Vertriebe, die ihre Lage für 2014 als unbefriedigend oder schlecht bewerten, liegt bei 30 Prozent – für 2013 gaben nur 25 Prozent dieses Urteil ab. 36 Prozent erwarten 2014 für sich ein geringeres Absatzvolumen als im vergangenen Jahr – neun Prozent sogar ein deutlich geringeres. 32 Prozent rechnen mit einem ähnlichen Niveau, 23 Prozent mit steigendem Absatz.

Dem steht der Optimismus der Fondsgesellschaften gegenüber: Was das für 2014 erwartete Nettomittelaufkommen der gesamten Branche angeht, erwarten nur 22 Prozent Stagnation, mehr als die Hälfte rechnet mit moderaten Nettozuflüssen, 22 Prozent sogar mit deutlichen Zuflüssen. Nettomittelabflüsse erwartet auf Anbieterseite niemand.

Dennoch geht nur ein Fünftel der Anbieter für dieses Jahr von einem höheren Investitionsvolumen als 2013 aus. Zwei Drittel erwarten branchenweit ein ähnliches Investitionsniveau – elf Prozent sehen ein deutlich niedrigeres als im Vorjahr.

Zwei Drittel der Befragten planen in den kommenden drei Jahren die Auflage neuer Produkte. Dazu zählen neben Spezialfonds für Institutionelle auch offene Publikumsfonds und geschlossene Investmentvermögen für Privatanleger.

Attraktivität offener Fonds durch neue Regeln reduziert

Auf die Frage, ob die neuen gesetzlichen Regelungen die Attraktivität offener Immobilienfonds im Vergleich zu anderen Immobilien-Investmentprodukten verändert haben, sieht nur ein Viertel der befragten Vermittler keine Veränderungen. Für 55 Prozent der Banken und freien Vertriebe ist die Attraktivität hingegen gesunken – für weitere 15 Prozent ist sie sogar deutlich gesunken. Lediglich fünf Prozent gaben an, dass sich die neuen Regelungen positiv auf die Attraktivität offener Immobilienfonds auswirkten.

Auch der Mangel an geeigneten Fonds trübt das Stimmungsbild der Intermediäre. Immerhin ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass der Markt neue Immobilienanlageprodukte benötigt. Vor allem freie Vermittler sehen sich einem limitierten Produktangebot gegenüber, da die Fonds der Deka und Union Investment, zusammen mehr als die Hälfte der Privatanleger-Fonds, ausschließlich über Sparkassen oder Volksbanken vertrieben werden.

Darüber hinaus gibt es nach Ansicht zahlreicher Vertriebe einen Mangel an kleinen und flexiblen Fondsprodukten sowie an reinen Wohnimmobilienfonds. Mangelndes Angebot wurde derzeit auch bei Fonds mit globaler Ausrichtung ausgemacht.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfonds, Offene Immobilienfonds

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