96 Prozent der deutschen institutionellen Investoren haben im vergangenen Jahr im Off-Market investiert und nehmen hohe Preisaufschläge von bis zu zehn Prozent in Kauf. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage von Bulwiengesa im Auftrag der HPBA Off-Market Solutions. Umgesetzt wurden etwa 40 Milliarden Euro.

Befragt wurden 682 Manager von Immobilienfonds, Versicherungen, Versorgungswerken oder Pensionskassen sowie von Family Offices, Private-Equity-Investoren und weiteren institutionellen Anlegergruppen.

"Mit dieser Studie wird erstmals Transparenz im Off-Market-Segment für Immobilientransaktionen in Deutschland geschaffen", sagt Andreas Schulten, Vorstand bei Bulwiengesa.

Abwicklungssicherheit im Off-Market größer als im On-Market

Dass Investoren bereit sind, ein Preisdelta von bis zu zehn Prozent in Kauf zu nehmen, liegt der Studie zufolge auch daran, dass die Abwicklungssicherheit bei Off-Market-Modellen deutlich größer ausfällt als bei klassischen On-Market-Verfahren.

Ebenso zeige sich, dass das strategische Matching zwischen den Handelspartnern durch die individuell gestaltbaren Off-Market-Prozesse effektiver ist.

"In einer umkämpften Marktlage ... sind Investmentkriterien wie die Abwicklungssicherheit oder strategische Gesichtspunkte für Käufer und Verkäufer mindestens genauso wichtig wie der reine Kaufpreis", meint John Amram, Geschäftsführer von HPBA

Demnach ist es für Verkäufer nicht immer entscheidend, den höchsten Preis zu erzielen. "Zudem werden im Off-Market-Bereich oftmals sogar höhere Preise erzielt als in klassischen Bieterfahren", so Amram weiter.

Studie: Share Deals im Off-Market häufiger

Zudem will die Studie Vorurteile und Befürchtungen von Marktteilnehmern widerlegen. Es sei beispielsweise nicht eindeutig zu bestätigen, dass bei Off-Market-Transaktionen etwaige Einbußen bei der Transparenz während des Verfahrens zu befürchten wären. Auch stünden die Deals selten der unternehmenseigenen Compliance entgegen.

Laut HPBA-Analyse sind die Informationen auch wichtig für die bundesweite Diskussion um Share Deals: Möglicherweise würden gerade im Off-Market-Segment häufiger Share Deals abgewickelt als im traditionellen Markt.

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