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Niedrigzins: Private Bausparkassen schaffen Einlagensicherung für Großkunden ab

Sparkurs bei den Bausparkassen: Für alte Einlagen der institutionellen Kunden gibt es küntig keinen zusätzlichen Schutz mehr
Bild: Corbis

Die privaten Bausparkassen schaffen die Einlagensicherung von Großkunden ab, denn die Branche sieht sich durch die Niedrigzinsen unter Druck. Die Zusatzabsicherung wird zu teuer. Betroffen sind etwa 19.000 Bausparverträge mit Einlagen über der gesetzlichen Grenze von 100.000 Euro. Es geht vor allem um institutionelle Anleger, etwa Versicherungen und Kommunen. Die Sparmaßnahme soll bis Ende Februar 2017 umgesetzt werden.

Die Kosten für das System stünden auch wegen neuer EU-Verwaltungsvorgaben in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen für nur wenige Kunden, sagte ein Sprecher des Verbandes Privater Bausparkassen in Berlin. Die betroffenen Kunden könnten theoretisch ihr Guthaben auf mehrere Kassen verteilen, um komplett abgesichert zu sein, so der Sprecher weiter. Privatanleger werden von der Sparmaßnahme kaum betroffen sein. Die Institute – dem "Handelsblatt" zufolge allen voran Wüstenrot und BHW – begnügen sich künftig mit der gesetzlichen Einlagensicherung, die Guthaben bis 100.000 Euro schützt.

Das Einlagenvolumen, das noch über das private System abgesichert ist, umfasst etwa 2,1 Milliarden Euro. Hiervon entfallen 1,3 Milliarden Euro auf den Bestand von institutionellen Kunden, meist Versicherern. Auf das klassische Bausparguthaben kommen nur rund 800 Millionen Euro. Das Neugeschäft bei den Bausparkassen ist stark rückläufig. Zwar setzen weiter viele Menschen in Deutschland auf das Sparmodell und bringen Geld zu diesen Banken. machen aber aufgrund der Niedrigzinsphase nur noch selten von ihrem alten Recht auf ein Darlehen Gebrauch. Bei den Bauzinsen zeichnet sich allerdings mehreren Experten zufolge eine Trendwende ab: Erstmals seit Monaten haben die Banken die Zinsen für Hypothekendarlehen wieder angehoben, Tendenz steigend.

Dem Einlagensicherungssystem privater Kassen gehören zehn Institute an, darunter BHW, Wüstenrot, Badenia, Debeka, der Deutsche Ring und die Signal Iduna Bauspar AG. Nicht im System sind die Landesbausparkassen, Schwäbisch Hall und die Deutsche Bank Bauspar AG.

Schlagworte zum Thema:  Einlagensicherung, Sparkasse, Bausparkasse, Investor, Darlehen

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