02.08.2016 | Immobiliendarlehen

Neues Gesetz: 10 bis 20 Prozent weniger Immobilienkredite vergeben

Bild: Tony Hegewald ⁄

Kreditinstitute haben zuletzt deutlich weniger Immobilien finanziert. Grund ist ein neues Gesetz. Nach dessen Inkrafttreten Ende März melden mehrere Sparkassenverbände im zweiten Quartal 2016 einen Einbruch der Immobilien-Darlehenszusagen um zehn bis zwanzig Prozent.

Das Gesetz soll den Verbraucherschutz stärken, neben Informationspflichten steigen auch Anforderungen an Sicherheiten der Kreditnehmer. Der Wert einer Immobilie darf beispielsweise nicht mehr so stark wie bisher bei der Kreditvergabe berücksichtigt werden.

Solche Regeln bringen viele Banken dazu, gewisse Darlehen zu verweigern - in der Sorge, der Vertrag könnte später gekippt werden.

Baden-Württembergs Sparkassenverbands-Chef Peter Schneider hält die Regeln für „völlig überzogen und ohne Grund“, auch weil es vorher keine hohen Kreditausfälle gegeben habe: „Es war ein völlig problemfreier Geschäftszweig.“ Das Gesetz solle geändert werden.

Die Zahlen zu Immobiliendarlehen-Zusagen sind deutlich: In Bayern war es ein Minus um etwa zehn Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, in Niedersachsen um zwölf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, in Ostdeutschland um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und in Baden-Württemberg um 20 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal. In dem Quartal zuvor - also vor Gültigkeit des Gesetzes - gab es hingegen Plus-Werte, in Baden-Württemberg plus 13 Prozent. Auch Volksbanken berichten von Gegenwind. Banken wie die ING Diba melden hingegen keine Rückgänge.

Schlagworte zum Thema:  Kredit, Darlehen, Immobilienwirtschaft

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