11.03.2013 | Kreditwirtschaft

Banken kritisieren Gesetzespläne für offene Immobilienfonds

Kreditwirtschaft: Einschränkung der Ausgabetermine läuft Stärkung der Anlegerinteressen entgegen
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Gesetzespläne für offene Immobilienfonds sorgen in der Kreditwirtschaft für Unmut: In Stellungnahmen für eine Anhörung des Bundestags-Finanzausschusses am kommenden Mittwoch warnt die Branche vor erheblichen Nachteilen etwa für Kleinanleger.

Den Regierungsplänen zufolge sollen Kleinsparer ihre Anteile nur noch einmal jährlich zurückgeben können, damit die Fonds ihre Zahlungsfähigkeit besser managen können. Zudem soll der Freibetrag für neu aufgelegte Immobilienfonds sowie neu erworbene Anteile bestehender Fonds entfallen. Lediglich Altanleger sollen Anteile - im Rahmen des Freibetrags von 30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr - börsentäglich zurückgeben können. Geplant ist ferner, dass nur noch viermal im Jahr Anteile von offenen Immobilienfonds an Anleger ausgeben werden können.

"Eine derartige Ausgestaltung der gesetzlichen Anforderungen wäre für die Kleinanleger mit erheblichen Nachteilen verbunden", heißt es in der Stellungnahme der Kreditwirtschaft. "Offene Immobilienfonds würden damit ... an Attraktivität für diese Anlegergruppe verlieren."

"Die Reduzierung auf einen einzigen festen jährlichen Rückgabetermin würde gerade den Kleinanlegern (...) die von ihnen gewünschte Flexibilität nehmen", moniert auch der Verband der Vermögensberater (BDV). Eine Einschränkung auf nur vier Ausgabetermine und nur eine Rückgabetermin laufe einer Stärkung der Anlegerinteressen völlig entgegen. Ähnlich der Investment-Verband BVI: "Diese Verschärfungen sind weder praxisgerecht noch berücksichtigen sie die Anlegerbelange."

"Letztlich könnte die Umsetzung des Regierungsentwurfes schlicht die Abschaffung eines bewährten Instrumentes der privaten Altersvorsorge zur Folge haben", warnt die Kreditwirtschaft. Der Bestand der im Markt unverändert erfolgreich aktiven Produkte mit einem Volumen von etwa 62 Milliarden Euro und mehr als zwei Millionen Anlegern werde gefährdet.

Den erkannten Schwächen in der Regulierung offener Fonds sei bereits durch Reformen ausreichend Rechnung getragen, heißt es weiter. Die Kreditwirtschaft verweist auf die Anfang 2013 in Kraft getretenen Regelungen des Anlegerschutzgesetzes. Diese sollten aufgenommen und ihre Wirkung abgewartet werden: "Eine darüber hinausgehende Verschärfung der Regelungen ist nicht erforderlich und auch nicht angemessen", erklärt die Kreditwirtschaft.

Schlagworte zum Thema:  Investition, Immobilienfonds, Kreditwirtschaft

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