07.02.2012 | Investoren

München bleibt unberührt von weiter zunehmender Kreditverknappung

Der europäische Investmentmarkt steht vor Veränderungen. Das ist Ergebnis einer Umfrage des Urban Land Institute und PwC. Hiernach werden sich die Kredite für Immobilienfinanzierungen weiter verknappen. Besonders gefragt unter Investoren bleibt München.

Befragt wurden 600 europäische Gewerbeimmobilienfachleute. „Die Eigenkapitalanforderungen ... werden Kredite teurer machen, gleichzeitig werden die Laufzeiten sinken", sagt Bernhard H. Hansen, Chairman des Urban Land Institute (ULI) Germany. Das bedeute, dass sich Investoren rechtzeitig darauf einstellen müssen, alternative Möglichkeiten zu finden und zwar sowohl für neue wie auch zu prolongierende Finanzierungen.

Immerhin 80 Prozent der Immobilienentwickler erwarten, dass in diesem Jahr weniger Kredite zur Verfügung stehen. Deutlich schwieriger ist demnach Fremdkapital in Portugal, Griechenland und Italien zu erhalten. Weniger gravierend wird der Rückgang in Spanien und der Türkei eingeschätzt.

Mehr Eigenkapital in Deutschland und Frankreich

"Allgemein herrscht ... hinsichtlich der Kreditverfügbarkeit Pessimismus. Und die Kreditanbieter gehören dabei eindeutig zu den größten Pessimisten", so John Forbes von PricewaterhouseCoopers (PwC), Verfasser der Studie. Lediglich sechs Prozent der Kreditanbieter glauben, dass Kredite im gleichen Maß wie im Vorjahr zur Verfügung stehen werden. 42 Prozent sind der Ansicht, dass die Verfügbarkeit leicht geringer sein wird, 52 Prozent denken, dass erheblich weniger Kredite zur Verfügung stehen werden. Dafür gehen 75 Prozent der Investoren davon aus, dass künftig mehr Eigenkapital zur Verfügung steht, insbesondere in Deutschland und Frankreich.

„Jetzt ist die Zeit der seriösen Marktteilnehmer mit ausreichend Eigenkapital", ergänzt Alexander Otto, Chairman ULI Europe Advisory Board und CEO der ECE. "Die Nachfrage nach Core-Investments ist trotz bereits hoher Preise noch einmal gestiegen.“

Gute Aussichten in Berlin, Hamburg und München

Die europäischen Immobilienexperten halten den deutschen Markt für besonders attraktiv. Zu den sieben europäischen Städten mit sehr guten Investitionsaussichten zählen mit Berlin, Hamburg und München drei deutsche. Mit Ausnahme von Istanbul erwarten die Befragten nirgendwo ein stärkeres Wachstum der Immobilieninvestments.

München schneidet von den deutschen Städten in allen Kategorien (bestehende Investments, neue Investments, Entwicklungen und Investitionsvolumen) am besten ab. Bei den bestehenden Investments liegt Berlin vor Hamburg, bei neuen Investments, Entwicklungen und Investitionsvolumen liegt die Hansestadt vorn. Die Experten sehen in München dabei vor allem Büroprojekte als interessant an, in Berlin Wohnimmobilien. In Hamburg sind Büros und Wohnungen gleichermaßen interessant.

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