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Mittelzufluss bei OIFs im ersten Quartal 2014 deutlich verringert

Das Netto-Mittelaufkommen ging um mehr als die Hälfte zurück
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Neureglungen des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) wirken sich auf die Mittelzuflüsse der offenen Immobilienfonds aus: Im ersten Quartal 2014 flossen den Publikumsfonds netto fast eine Milliarde Euro weniger zu als im Vorjahresquartal. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Scope.

Das ist ein Rückgang des Netto-Mittelaufkommens um mehr als die Hälfte. Insgesamt wurden 15 Publikumsfonds und zusätzlich drei Spezialfonds bewertet.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Ratings von fünf Fonds verbessert, bei acht Fonds entsprach das Rating dem Vorjahresergebnis, fünf Fonds wurden herabgestuft. Das Spektrum der vergebenen Ratings für die Publikumsfonds reicht von AA-AIF bis CC-AIF.

Scope Ratings rechnet damit, dass sich die Mittelzuflüsse zukünftig auf einem generell niedrigeren Niveau als in den Jahren unmittelbar vor der Regulierung einpendeln werden. Die Verlangsamung der Mittelzuflusse hat auch Vorteile, da der zum Teil hohe Investitionsdruck für die Fondsmanager geringer wird. Dies trifft vor allem auf Fonds mit hohen Liquiditätsquoten zu.

Liquiditätsquoten offener Immobilienfonds steigen leicht an

Die Liquiditätsquoten der aktiv am Markt befindlichen offenen Immobilienfonds sind 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 22,1 Prozent im gewichteten Durchschnitt gestiegen. Der "UniImmo: Deutschland" und der "UniImmo: Europa" haben mit 32 Prozent beziehungsweise 28,7 Prozent die höchsten Liquiditätsquoten. Aus Sicht von Scope werden die Neuregelungen des KAGB in Bezug auf Halte- und Kündigungsfristen in der Tendenz eher zu einer Senkung der Liquiditätsquoten führen.
Kreditquoten sinken weiter

Die Kreditquoten sind im Durchschnitt leicht von 21,5 Prozent im gewichteten Durchschnitt im Jahr 2012 auf 20,9 Prozent im Jahr 2013 gesunken – das ist eine Absenkung um 0,6 Prozentpunkte. Aufgrund gesetzlicher Erfordernisse müssen alle Fonds den Kreditanteil bis 2015 auf maximal 30 Prozent des Gesamtverkehrswertvolumens begrenzen. Anfang 2014 haben bereits elf der 15 untersuchten Fonds diese gesetzliche Beschränkung umgesetzt.

Für global agierende Fonds erwartet Scope Ziel-Kreditquoten zwischen 25 und 30 Prozent. Offene Immobilienfonds mit Fokus Europa werden im Durchschnitt Kreditquoten von 15 bis 25 Prozent anstreben.
Anstieg der durchschnittlichen Vermietungsquoten
Nachdem in den vergangenen zwei Jahren die durchschnittliche Vermietungsquote leicht zurückgegangen ist, ist sie 2013 leicht um 0,6 Prozentpunkte auf 93 Prozent angestiegen. Den höchsten Zuwachs erzielte der "UniImmo: Global" mit 5,1 Prozentpunkten. Er steigerte seine Vermietungsquote damit auf 96,5 Prozent.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfonds, Offene Immobilienfonds

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