Mipim Awards: Zwei deutsche Projekte bekommen Auszeichnung

Fünf deutsche Projektentwicklung standen im Finale der diesjährigen Mipim Awards, nun konnten zwei von ihnen den begehrten Preis mit nach Hause nehmen: Das Hamburger Studentenhaus Woodie und der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt. Die Messe in Cannes geht heute zu Ende, die Teilnehmer sind zufrieden.

Die Gewinner der diesjährigen Mipim Awards wurden gestern Abend in Cannes gekürt. In der Kategorie "Wohnen" konnte das im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg entstandene Wohnheim Woodie die Jury überzeugen. Es unterscheidet sich durch seine Bauart von anderen Immobilien: Das siebengeschossige Hybrid-Gebäude wurde aus 371 Holzmodulen errichtet, die wie Legosteine aufeinander gestapelt wurden. Nach Angaben der Preisträger habe die Bauzeit von nur neun Monaten für die rund 13.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche nur die Hälfte eines Projekts mit herkömmlicher Bauweise betragen. Projektentwickler sind Dritte Primus Projekt UDQ GmbH, Primus Developments GmbH und Senectus GmbH, entworfen hat das Gebäude Sauerbruch Hutton Architekten.

"Es ist unser Ziel zu zeigen, dass sich der CO2-Footprint einer Immobilie erheblich reduzieren lässt, wenn wir die Art des Bauens ändern und wir so unseren Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten können." Achim Nagel, Primus Developments GmbH

Neue Altstadt Frankfurt
Das Dom-Römer-Projekt rekonstruierte die Altstadt von Frankfurt am Main.

Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt

Der zweite Mipim Award, der nach Deutschland ging, wurde für den Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt unter dem Namen Dom-Römer-Projekt verliehen. Es gewann in der Kategorie "Stadtentwicklung". Das Projekt entstand unter der Regie der DomRömer GmbH und zahlreicher Architekturbüros und wurde nach mehreren Jahren Bauzeit im Mai 2018 eröffnet. 35 Häuser – davon 15 Rekonstruktionen und 20 Neubauten – sind auf den historischen Parzellen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt entstanden. Insgesamt 20 Ladengeschäfte sind in den Erdgeschossen der Gebäude angesiedelt, um das neue Stadtviertel zu beleben. Auch einen Archäologischen Garten gibt es.

Mipim Awards in elf Kategorien vergeben

Insgesamt wurden die Mipim Awards in elf Kategorien vergeben. Die weiteren Gewinner sind:

Kategorie Gesundheitsimmobilien:
- Polyclinique Reims-Bezannes, Bezannes, Frankreich

Kategorie Hotels & Ferienanlagen:
- Club Med Cefalù, Cefalù, Italien

Kategorie Industrie- & Logistikimmobilien:
- Greenwich Peninsula Low Carbon Energy Centre, London, Großbritannien

Kategorie Mixed-Use-Objekte:
- The Student Hotel Florence Lavagnini, Florenz, Italien

Kategorie Büro- und Geschäftsimmobilien:
- Laborde, Paris, Frankreich

Kategorie Revitalisierte Gebäude:
- Kosmo, Neuilly-sur-Seine, Frankreich

Kategorie Shoppingcenter:
- Hirakata T-Site, Hirakata, Japan

Kategorie Zukünftige Projekte:
- Mille Arbres, Paris, Frankreich

Kategorie Zukünftige Megaprojekte:
- Future Park, Harrogate, Großbritannien

Special Jury Award:
- Zaryadye park, Moskau, Russland

Mipim 2019 endet mit positiver Stimmung

Mit dem heutigen Tag enden die vier Messetage in Cannes. Und die Teilnehmer sind zufrieden, wie eine kleine Auswahl Stimmen von Messeteilnehmern zeigt.

Gregor Volk, geschäftsführender Gesellschafter, Ratisbona Asset Management, meint:

"Der Trend ist eindeutig: Kapital sucht weiterhin Immobilie. Und das wird noch eine lange Zeit so bleiben. Entsprechend war die Stimmung bei den Teilnehmern der diesjährigen Mipim in Cannes äußerst positiv."

Professor Dr. Nico B. Rottke, Sprecher des Vorstandes, Aamundo Holding AG, erklärt, dass die Stimmung nach wie vor gut sei, da eine Änderung der EZB-Zinsstrategie aufgrund der Situation in der EU nicht absehbar sei. Allerdings seien auch die "Zeichen der Marktsaturierung" nicht mehr zu übersehen, so Rottke. Er rechne bei gleichbleibendem Preisniveau mit einem deutlichen Abflachen des Volumens des Transaktionsmarktes, vor allem bei großen Vorhaben.

Klaus Franken, CEO, Catella Project Management GmbH, spricht von einer "Mipim ohne Euphorie und ohne Panik". Trotz Brexit-Chaos und Handelskriegen bleibe die Branche unbeeindruckt. Zu Recht, so Franken: Das Umfeld für Immobilieninvestments könne speziell für Deutschland nicht besser sein.

Zum "allgegenwärtigen Thema" sei auf der Mipim 2019 das Thema Digitalisierung geworden, sagt Michael von Roeder, CEO von Sensorberg. Mit diesen Megatrends - neben der Digitalisierung seien dies die Globalisierung, die demografische Entwicklung und Nachhaltigkeitsthemen - müsse sich die Immobilienbranche stärker auseinandersetzen, meint Douglas Edwards, Managing Director, Head of Group Equity Raising, Corestate Capital Group. Das erfordere nicht nur ein Umdenken und neue Strukturen, sondern vor allem auch andere Wege der Vernetzung – und zwar sowohl mit Blick auf die Kunden als auch die wichtigsten Interessensgruppen rund um die Immobilie.

Für Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer der BPD Immobilienentwicklung GmbH, ist die Mipim im Vergleich zum Vorjahr noch mehr zur Arbeitsmesse geworden, "mit mehr Teilnehmern, mehr Gesprächen und mehr konkreten Ergebnissen". Die beherrschenden Themen der Messe seien die Suche nach Investitionschancen, die Auslastung des Baugewerbes und bezahlbarer Wohnraum gewesen.

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