| Savills- & CBRE-Analysen

Logistikmarkt: Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr bei rund zwei Milliarden Euro

Große Nachfrage: Der Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien brummt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das mit Logistik- und Industrieimmobilien erzielte Transaktionsvolumen belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf zwei Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Untersuchung des Immobiliendienstleisters Savills hervor. CBRE hat den Markt ebenfalls analysiert - und kommt auf 1,8 Milliarden Euro und auf ein Plus von 29 Prozent.

„Der Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien ist von einer unverändert großen Nachfrage gekennzeichnet – ein Abklingen dieses enormen Investoreninteresses ist nicht in Sicht“, sagt Ingo Spangenberg, Director und bei Savills verantwortlich für Industrial Investments. Problem sei eher ein Angebotsengpass. Dieser werde weiter bestehen bleiben, da ein Großteil der Logistik-Projektentwicklungen auch weiterhin von Entwicklern realisiert werde, die diese Objekte in eigene Fondsvehikel überführten, so Spangenberg.

CBRE spricht von Rekordergebnis

Das Immobilienberatungsunternehmen CBRE kommt in seiner Analyse auf ein Transaktionsvolumen von 1,8 Milliarden Euro – das sei Rekordniveau. Gegenüber dem starken Vorjahreswert habe das Investmentvolumen um knapp 420 Millionen Euro (29 Prozent) zugenommen. Nicht nur in der Höhe des allokierten Volumens, sondern auch in der Anzahl der Deals wurde demnach ein historischer Spitzenwert registriert. "Das Wachstum des deutschen Logistikinvestmentmarktes wird durch die um zwei Drittel gestiegene Anzahl der Transaktionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf nunmehr über 160 Transaktionen verdeutlicht", sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. Auch wenn in den zurückliegenden drei Monaten auf dem Investmentmarkt für Lager- und Logistikimmobilien mit rund 761 Millionen Euro 30 Prozent weniger investiert worden sei als noch zu Beginn des Jahres, sei das in keiner Weise der mangelnden Attraktivität des deutschen Logistikinvestmentmarkts geschuldet, so Kai F. Oulds, Head of Logistics Investment bei CBRE in Deutschland. Der aktuelle Quartalswert liege immer noch deutlich über dem durchschnittlichen Quartalsergebnis der vergangenen sechs Jahre.

Vom Nischenprodukt zur gefragten Assetklasse

Der relative Anteil der Assetklasse Lager- und Logistikimmobilien am gesamten Investmenttransaktionsvolumen beläuft sich laut CBRE zur Jahreshälfte auf über zehn Prozent. Dies sei eine Steigerung von mehr als vier Prozentpunkten gegenüber dem Ergebnis des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Linsin: "Nicht zuletzt dank des attraktiven Renditespreads von bis zu 140 Basispunkten im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen haben sich Lager- und Logistikimmobilien in den vergangenen Jahren von einem Nischenprodukt zu einer gefragten Assetklasse entwickelt."

Investment abseits der Topstandorte

In den traditionellen Investmentzentren Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München hat sich der Trend eines rückläufigen Investmentvolumens laut CBRE fortgesetzt. "Nachdem im Jahr 2010 noch rund ein Drittel des investierten Kapitals auf die Topstädte entfiel, flossen im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres mit rund 284 Millionen Euro lediglich 15 Prozent des gesamten Logistikinvestmentvolumens in die Topstandorte", erläutert Linsin. Gleichzeitig konnte in den letzten Jahren sukzessiv ein höherer Anteil außerhalb der Topstandorte registriert werden.

Ausblick: Vier Milliarden Euro möglich

Die Zukunftsaussichten für den deutschen Logistikimmobilienmarkt seien grundsätzlich sehr positiv, urteilt Savills. So sei zu erwarten, dass der deutsche Logistikmarkt aufgrund seiner Rolle als europäische Logistikdrehscheibe von der fortschreitenden Professionalisierung und der weiteren Internationalisierung der Branche profitieren werde.

CBRE erwartet für die zweite Jahreshälfte eine dynamische Weiterentwicklung auf dem Logistikinvestmentmarkt – und rechnet mit einem Jahresendergebnis, das die Vier-Milliarden-Euro-Schwelle überschreiten könnte. Ähnlich fiel das Ergebnis - je nach Analyse - im vergangenen Jahr aus.

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