06.12.2011 | Investoren

Ladenlokale in Spitzenlagen bleiben teuer

Im November und Dezember macht der deutsche Handel regelmäßig rund ein Fünftel seines Jahresumsatzes, so eine Marktanalyse von Lührmann. Das schlägt sich auch in den Spitzenmieten der Ladenlokale in Bestlage nieder.

2010 wurde in den letzten beiden Monaten des Jahres ein Umsatz von rund 80 Milliarden Euro erzielt. „Ein Großteil davon landet in den Kassen der Innenstadthändler, denn es zieht gerade zur Weihnachtszeit die Kunden in die stimmungsvoll beleuchteten Fußgängerzonen mit ihren Weihnachtsmärkten und Glühweinständen“, so Achim Weitkamp vom Maklerhaus Lührmann.

Gleichzeitig konzentriert sich in der Stadtmitte der Filialeinzelhandel, die Dichte der klassischen Geschenk-Branchen Textil, Uhren, Schmuck und Parfüm ist somit besonders hoch und die Umsätze größer als andernorts. Wie die Untersuchung zeigt, sind im Vergleich zum Vorjahr in 79 Prozent und damit in 187 der 239 beobachteten deutschen Innenstädte die Ladenmieten stabil geblieben oder gestiegen.

München bleibt Deutschlands teuerstes Pflaster

Deutschlands teuerste Einkaufsstraße ist weiterhin die Münchner Kaufingerstraße: Hier stieg die Spitzenmiete um 9,4 Prozent auf 350 Euro pro Quadratmeter und Monat. Mit den besten Umsatz- und Kaufkraftkennziffern im deutschen Metropolenvergleich ist die Hauptstadt Bayerns unangefochten der Spitzenreiter unter den deutschen Einkaufsstädten.

Auf Platz zwei steht Berlin: Die Geschäftshäuser werden teurer, die Mieten für Ladenlokale steigen. Kein erfolgreicher internationaler Filialist kann es sich noch erlauben, nicht mindestens eine zweite Berliner Dependance vorzuweisen. Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre stieg die Spitzenmiete um rund 77 Prozent und liegt auf dem Tauentzien bei bis zu 300 Euro pro Quadratmeter monatlich.

Hamburg hat die beste Auswahl

In Hamburgs Innenstadt stehen sich gleich zwei hoch frequentierte Einzelhandelslagen mit insgesamt rund 350.000 Quadratmetern Verkaufsfläche gegenüber. Während auf Spitalerstraße und Mönckebergstraße die großen Kaufhäuser und die Flagship-Stores der etablierten Fashion-Filialisten locken, befindet sich rund um den Neuen Wall Hamburgs traditionelle Luxus- und Niveaulage.

Neben den bislang vorherrschenden Luxuslabels etablieren sich zunehmend gehobene Monolabel-Stores populärer Modemarken. In den vergangenen zehn Jahren ist die Spitzenmiete in der innerstädtischen 1A-Lage um rund 17 Prozent gestiegen und liegt auf der Spitalerstraße bei bis zu 280 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Frankfurt, the place to be

Kaum eine andere deutsche Stadt verändert ihr innerstädtisches Gesicht derzeit so rasant wie Frankfurt, die mit 275 Euro Monatsquadratmetermiete auf der Zeil den vierten Rang belegt. Auch wenn Berlin derzeit als Standort mit dem größten Hipness-Faktor gilt, Frankfurt holt auf und mausert sich zum beliebten Sprungbrett angesagter Konzepte. Ob Zara Home, Jimmy Choo oder Urban Outfitters, für den internationalen Einzelhandel ist Frankfurt angesagt. Das treibt die Mietpreise.

Stuttgart bleibt attraktiv aufgrund seiner Mischung aus Moderne und historischem Flair. Auf der Königstraße (270 Euro Spitzenmiete), befindet sich mit dem Schlossplatz zugleich der innerstädtische Mittelpunkt Stuttgarts. Abzuwarten bleibt der Einfluss von Stuttgart 21 auf die gewachsene Einkaufslage. Im Rahmen des Bauvorhabens entsteht auch ein Einkaufszentrum am Mailänder Platz. Aufgrund der Größe des geplanten Projekts kann es durchaus Einfluss auf die gewachsenen Lagen in der City nehmen. Bislang ist das Interesse der Einzelhändler an der Innenstadt jedoch ungebrochen hoch.

Auf den weiteren Plätzen: Die Hohe Straße in Köln mit 260 Euro auf Platz 6, die Schadowstraße in Düsseldorf (235€/ Platz 7), die Georgstraße in Hannover (210€/8), der Dortmunder Westenhellweg (200€/9) sowie die Kaiser-Joseph-Straße in Freiburg auf dem zehnten Platz mit 170 Euro monatlicher Spitzenmiete.

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