03.04.2012 | Investoren

Kurioser Jahresauftakt auf dem deutschen Bürovermietungsmarkt

Die deutschen Bürovermietungsmärkte weisen zu Jahresbeginn ein Plus von vier Prozent auf. Dies liegt aber nur an zwei Städten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Colliers International.

„Das Flächenumsatzergebnis der ersten drei Monate in den sechs wichtigsten Büromärkten Deutschlands kann durchaus als kurios bezeichnet werden“, sagt Andreas Trumpp, Head of Research bei Colliers International, Deutschland. Insgesamt habe der Flächenumsatz im ersten Quartal 2012 mit 614.600 Quadratmeter rund vier Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres gelegen. Verantwortlich dafür seien aber nur zwei Städte gewesen: Während die Flächenumsätze in Berlin, Hamburg und München deutlich unter dem Vorjahresergebnis lagen, erzielten Stuttgart und Frankfurt am Main Steigerungsraten von über 80 Prozent.

Frankfurt und Stuttgart legen fulminante Steigerungsraten an den Tag

Wenngleich es bezogen auf den Flächenumsatz für Frankfurt mit etwa 128.900 Quadratmetern nicht ganz für die Spitzenposition in den Top 6 reichte, war die Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr mit knapp 89 Prozent laut Colliers bemerkenswert. Verantwortlich dafür waren insgesamt vier Abschlüsse über 10.000 Quadratmeter. Ein ähnlich fulminanter Jahresstart konnte in Stuttgart beobachtet werden. Dort wurden im Vergleich zum Vorjahr rund 83 Prozent mehr Büroflächen umgesetzt, was auch dort vor allem auf Abschlüsse im Flächensegment über 5.000 Quadratmeter zurückzuführen ist. Ähnlich wie im ersten Quartal des Vorjahrs lagen Berlin (130.700 Quadratmeter) und München (130.500 Quadratmeter) beim Flächenumsatz fast gleichauf, wenngleich in diesem Jahr in umgekehrter Reihenfolge. Beide Büromärkte starteten aber mit jeweils rund 15 Prozent geringeren Umsatzergebnissen deutlich verhaltener ins neue Jahr. Den höchsten Rückgang des Flächenumsatzes musste mit 17 Prozent Hamburg hinnehmen.

Büroflächenleerstand geht abermals zurück

Rückläufig ist laut Colliers der Leerstand der Büroflächen. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Leerstand bis Ende des ersten Quartals 2012 um fast eine Million auf nunmehr knapp 7,1 Millionen Quadratmeter und die Leerstandsquote von 10 auf 8,8 Prozent. Mit Ausnahme Berlins, wo sie nach wie vor bei 7,9 Prozent liegt, gingen die Leerstandsquoten in allen Städten zurück. Klassenprimus war auch hier Stuttgart mit 5,4 Prozent.

Spitzenmieten notierten im Jahresvergleich fast überall höher

Aufgrund der gestiegenen Flächenumsätze auch im höherpreisigen Flächensegment konnten die Spitzenmieten mit der Ausnahme Frankfurt im Jahresvergleich zulegen. Während die Spitzenmiete dort bedingt durch eine geringe Zahl von teuren Hochhausanmietungen im Vergleich zum ersten Quartal 2011 um gut 9 Prozent auf 34 Euro pro Quadratmeter nachgab, legte sie in den meisten Städten sowohl im Vorjahres- als auch im Vorquartalsvergleich zu. Die deutlichste Zunahme verzeichnete Stuttgart. Dort stieg die Spitzenmiete innerhalb von 12 Monaten um  11 Prozent auf 20 Euro pro Quadratmeter.

Deutsche Bürozentren im Vergleich (Stand: jeweils 1. Quartal)

  Berlin Düsseldorf Frankfurt Hamburg München Stuttgart
Flächenumsatz 2012 in m² 130.700 71.000 128.900 85.000 130.500 68.500
Flächenumsatz 2011 in m² 153.100 78.000 68.300 103.000 154.200 37.500
Veränderung in % -14,6% -9,0% 88,7% -17,5% -15,4% 82,7%
Spitzenmiete 2012 in €/m² 22,00 24,00 34,00 23,50 30,00 20,00
Spitzenmiete 2011 in €/m² 21,00 23,00 37,50 23,00 28,50 18,00
Veränderung in % 4,8% 4,3% -9,3% 2,2% 5,3% 11,1%
Durchschnittsmiete 2012 in €/m² 12,50 13,30 17,53 14,80 14,77 11,90
Durchschnittsmiete 2011 in €/m² 12,12 14,40 19,00 13,30 13,72 12,18
Veränderung in % 3,1% -7,6% -7,7% 11,3% 7,7% -2,3%
Flächenleerstand 2012 in m² 1.400.000 822.600 1.852.900 1.041.100 1.536.000 400.800
Flächenleerstand 2011 in m² 1.465.000 877.000 2.139.800 1.223.600 1.819.300 490.500
Leerstandsrate in % 7,9% 11,0% 15,7% 7,9% 6,8% 5,4%
PropertyIndex 2,3 2,8 4,3 1,9 2,2 1,7
Umsatzstärkste Branche in %

Öffentliche Verwaltung, Verbände,Soz. Einrichtungen

20,5 %

Information und Tele-kommunikation

24,9 %

Banken und
Finanzen

31,4 %

Beratungs-unterneh-men

19,2 %

Beratungs-unterneh-men

21,1 %

Beratungs-unterneh-men

33,4 %

 

Quellen: Colliers International Deutschland, Grossmann & Berger GmbH (Hamburg)

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