21.06.2013 | München

Klage auf höhere Abfindung für Ex-HRE-Aktionäre abgewiesen

Gericht: Summe von 1,30 Euro je Aktie war sachgerecht
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Das Landgericht München hat eine Klage von rund 270 ehemaligen HRE-Anlegern abgewiesen: Sie forderten eine höhere Abfindung nach der Zwangsverstaatlichung des Konzerns. 1,30 Euro je Aktie hatte der Bund den früheren Aktionären der Immobilienbank Hypo Real Estate bezahlt.

Die Summe von 1,30 Euro je Aktie sei sachgerecht gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Helmut Krenek. Rechtsanwältin Daniela Bergdolt kündigte an, eine Beschwerde vor dem Oberlandesgericht zu prüfen.

Der Bund hatte die HRE nach Milliardenverlusten im Jahr 2008 vor der Pleite gerettet und ein Jahr später gegen den Willen der ehemaligen Anleger verstaatlicht. Dagegen zogen zahlreiche Anleger vor Gericht. Prominentester Kläger in dem Verfahren war der US-Investor Christopher Flowers, der sich als Großaktionär der HRE vehement gegen die Vorgehensweise des Staates gewehrt hatte und mit seinen Aktien rund eine Milliarde Euro verlor.

Richter Krenek sah nach der stundenlangen Befragung eines Gutachters im dem Prozess aber keine Hinweise darauf, dass die Höhe der Entschädigung angesichts der Lage der HRE zu niedrig angesetzt war. Dass der Börsenkurs der Aktie vor der Verstaatlichung höher als 1,30 Euro lag, sei für die Höhe der Abfindung nicht relevant gewesen. Entscheidend für die Berechnung sei vielmehr der durchschnittliche Börsenkurs in den drei Monaten vor der Bekanntgabe des Zwangsauschlusses der Kleinanleger (Squeeze Out) gewesen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienbank

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