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Kaum Neubauwohnungen mit günstigen Mieten

Neubau fand im Jahr 2010 vorrangig im oberen Preissegment statt. Das zeigt eine Umfrage des GdW Bundesverbands: Sie bestätigt außerdem die Notwendigkeit der Wohnraumförderung auch nach 2013.

Für die Studie des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zum Neubau wurden rund 3.000 in den GdW-Regionalverbänden organisierten Unternehmen befragt: Dort liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei acht Euro. Im unteren Preissegment (Mietendurchschnitt 5,74 Euro) wurde in den alten Ländern nur jede fünfte neue Wohnung errichtet.

1.200 Wohneinheiten (11 Prozent) der Neubauwohnungen im Jahr 2010 wurden in den neuen Ländern errichtet. In den alten Ländern waren es 9.782 Wohnungen (89 Prozent). Dabei konzentriert sich der Bedarf auf wirtschaftlich dynamische Ballungsgebiete wie München, Hamburg, das Rhein-Main-Gebiet, aber auch Potsdam. Viele Regionen in Ostdeutschland haben weiter mit Leerständen zu kämpfen.

„Neubau ist durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet“, so Axel Gedaschko, Präsident des GdW. Das bedeute aber auch, dass gerade in den unteren Mietpreissegmenten, in denen der Wohnungsneubau besonders in den Ballungsgebieten dringend notwendig wäre, zu wenig passiere.

GdW fordert mehr Engagement in der Förderpolitik

„Um sozial schwächer gestellten Menschen weiterhin ausreichend Wohnraum bieten zu können, müssen die Bundesmittel für die Wohnraumförderung auch ab 2013 in mindestens gleicher Höhe von 518 Millionen Euro pro Jahr fortgesetzt werden“, mahnte der GdW-Präsident. Sonst drohten erhebliche soziale Probleme in den Quartieren, bis hin zu einer sozialen Segregation.

Der demografische Wandel, die Notwendigkeit energetischer Sanierungen im Gebäudebestand und der strukturelle Wandel der Wohnungsmärkte, der sich regional unterschiedlich vollzieht, erfordern ein höheres Maß an Engagement in der Förderpolitik. Zudem sei in vielen Wohnungsteilmärkten der Umbau von Bestandswohnungen für das bezahlbare familien- oder altengerechte Wohnen erforderlich.

Neubau nach EnEV-Standards mehrheitlich nicht leistbar

Knapp 60 Prozent der neu errichteten Wohnungen seien völlig (32 Prozent) oder weitgehend (26 Prozent) barrierefrei. Allerdings würden diese Aktivitäten nicht ausreichen: In den nächsten Jahren werden laut GdW 2,5 Millionen weitere barrierearme Wohnungen benötigt.

Wie die GdW-Umfrage weiter ergab, wurden nur etwas mehr als ein Drittel der Neubauwohnungen im Jahr 2010 oberhalb des energetischen Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 errichtet. Diese höheren energetischen Standards werden über das KfW-Programm "Energieeffizient Bauen" gefördert. Eine Überschreitung der Anforderungen der EnEV stellt sich aber offenbar in der Mehrheit der Fälle angesichts der vielfältigen Anforderungen an neue Gebäude trotz Förderung als wirtschaftlich nicht leistbar dar.

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