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Käufer für Westimmo gesucht

Die Käufer werden nicht unter Zeitdruck gesucht
Bild: Gerd Altmann ⁄

Die "Bad Bank" für WestLB-Aktivitäten sucht Käufer für die Westdeutsche Immobilienbank (Westimmo). Ziel sei es, für die ehemalige WestLB-Tochter eine gute Lösung zu finden. Man führe bereits Gespräche mit Investoren, sagte Matthias Wargers, Vorstand der Ersten Abwicklungsanstalt.

Man habe analysiert, wo die Schwierigkeiten bei den unter WestLB-Regie gelaufenen und letztlich nicht erfolgreichen Verkaufsgesprächen lagen, so Wargers bei der Bilanzvorlage am Montag in Düsseldorf. Die aktuellen Gespräche zur Westimmo würden aber nicht unter Zeitdruck geführt. Es sei keine leichte Zeit, um eine Bank zu verkaufen.

Die Westdeutsche Immobilienbank hat im Jahr 2012 einen Verlust von 29,2 Millionen Euro verbucht. Ohne Sondereffekte durch den WestLB-Umbau hätte der Mainzer Bankkonzern ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Die Bank hat nach eigenen Angaben die Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise überwunden. Im Jahr 2011 hatte der Mainzer Bankkonzern einen weitaus höheren Verlust von rund 157 Millionen Euro verbucht.

Der Mutterkonzern WestLB war zum Stichtag 30.6.2012 zerschlagen worden. Seit dem 1.7.2012 darf die Westimmo kein Neugeschäft mehr machen. Zum Jahresende 2012 hatte der Konzern 357 Mitarbeiter. Das waren 63 weniger als ein Jahr zuvor.

"Bad Bank" erzielt nach zwei Verlustjahren 2012 wieder einen Gewinn von 6,6 Millionen Euro

Günstige Umstände wie eine Erholung des US-Immobilienmarktes helfen derzeit der WestLB-"Bad Bank", die milliardenschweren Verluste für die Steuerzahler in Grenzen zu halten: Die Erste Abwicklungsanstalt, wie der offizielle Name lautet, hat nach zwei herben Verlustjahren 2012 einen Minigewinn von 6,6 Millionen Euro erzielt. Die Risikovorsorge für faule Kredite konnte dank guter Konjunktur in den USA und Europa um rund 172 Millionen Euro verringert werden. In den ersten beiden Jahren 2010 und 2011 waren Verluste von insgesamt 2,5 Milliarden Euro aufgelaufen.

"Wir haben Rückenwind", sagte Vorstand Markus Bolder bei der Bilanzvorlage. Die Abwicklung der WestLB- Papiere komme schneller voran als geplant. Seit ihrer Gründung vor rund drei Jahren habe die "Bad Bank" in mehreren "Paketen" WestLB-Aktivitäten in einer Größenordnung von insgesamt rund 200 Milliarden Euro übernommen. Abgewickelt wurden bereits Kredit- und Wertpapiere in einem Volumen von rund 68 Milliarden Euro bis Ende März 2013.

Die "Bad Bank" geht weiter davon aus, dass sie für das Abwickeln der ihr übertragenen WestLB-Aktivitäten keine Garantien in Anspruch nehmen muss. Sie kann mit ihrem Eigenkapital plus der Risikovorsorge Verluste von 4,6 Milliarden Euro verkraften. Davon ist etwa ein Drittel verbraucht. Das Eigenkapital von ursprünglich 3,1 Milliarden Euro schrumpfte bis Ende 2012 auf 510 Millionen Euro.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienbank

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