28.10.2013 | Unternehmen

JP Morgan zahlt erste 5,1 Milliarden Dollar für Vergleich

New York: Sitz von JP Morgan
Bild: Cushman & Wakefield

Die US-Großbank JP Morgan hat sich mit der Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) auf die erste Bußgeldzahlung in Höhe von insgesamt 5,1 Milliarden Dollar geeinigt. Die FHFA verhandelte für die staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Bereits vor einer Woche hatten mehrere Medien über den bevorstehenden Vergleich berichtet. Insgesamt soll der US-Branchenprimus wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise vor einer Strafe von 13 Milliarden Dollar stehen.

Fannie Mae und Freddie Mac, die in der Finanzkrise vom Staat gerettet werden mussten, soll JP Morgan Hypothekenpapiere im Volumen von 33,8 Milliarden Dollar angedreht und bewusst falsche Angaben über deren Qualität gemacht haben. Für die Beilegung des juristischen Streits zahlt die Bank nun vier Milliarden Dollar. Für weitere 1,1 Milliarden Dollar kauft sie den beiden Unternehmen einen Teil der alten Hypothekenpapiere wieder ab.

"Das ist ein wichtiger Schritt bei der Aufarbeitung von Hypothekenthemen zwischen der Regierung und JP Morgan Chase", erklärte Behördenchef Edward DeMarco am Freitag in Washington.

Nach Informationen von US-Medien soll der Branchenprimus insgesamt 13 Milliarden Dollar berappen. Der Vorwurf: JP Morgan Chase habe Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen, indem die Bank den Käufern verschwiegen habe, wie schlecht es um viele der darin enthaltenen Hauskredite stehe. Ausbleibende Kreditraten und der damit verbundene rapide Wertverfall dieser Hypothekenpapiere befeuerte die Finanzkrise 2008.

Unklar ist weiterhin, wann ein Vergleich kommt und ob damit auch die strafrechtliche Seite des Falls beigelegt wird. Nach Informationen des "Wall Street Journal" sperrt sich die staatliche Einlagensicherung FDIC gegen einen Abschluss. Demnach dreht sich der Streit um Verbindlichkeiten aus der Übernahme der zu Krisenzeiten in Schieflage geratenen Bank Washington Mutual.

JP Morgan ist nicht die einzige Bank, die sich Betrugsvorwürfen gegenübersieht. Erst vor wenigen Tagen entschied ein Gericht, dass die Bank of America in einem ähnlichen Fall Fannie Mae und Freddie Mac betrogen habe. Auch die Deutsche Bank mischte damals im Hypothekenmarkt mit. JP Morgan hat für Rechtsstreitigkeiten inzwischen die gewaltige Summe von 23 Milliarden Dollar beiseitegelegt.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierer

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