Vier der von JLL analysierten Banken lagen 2016 bei einem Kreditvolumen zwischen 4,2 und 4,9 Milliarden Euro. Bild: MEV Verlag Germany

Das Neugeschäft der gewerblichen Immobilienfinanzierung in Deutschland hat 2016 um 15 Prozent zugenommen, wie eine Analyse von JLL zeigt. Mit 41,6 Milliarden Euro haben bis auf eine Bank alle 13 befragten Institute ein höheres Neugeschäft abgeschlossen als ein Jahr zuvor. Für 2017 rechnen jedoch nur zwei Banken mit einem wachsenden Neugeschäft: Die DekaBank und die Postbank.

„Die hohen Investmentvolumina 2016 ermöglichten letztlich ein Beibehalten der hohen Aktivitätsquote", sagt Markus Kreuter, Team Leader Debt Advisory JLL Germany. "Indizien dafür, dass eine höhere Risikobereitschaft in Form höherer Beleihungsausläufe zur Neugeschäftssteigerung führen könnte, sehen wir indes nicht.“

Stärkster Kreditgeber war 2016 die DG Hyp mit 7,1 Milliarden Euro zugesagten Mitteln und damit einem Zuwachs von 27 Prozent. Sie hatte etwa das Frankfurter Projekt „The Flare" von Strabag Real Estate und RFR finanziert. An zweiter Stelle folgt die Landesbank Helaba mit 5,1 Milliarden Euro (plus 21 Prozent), zu deren Engagement die Finanzierung des Objekts „Pressehaus am Alexanderplatz“ in Berlin gehörte, das Tishman Speyer kaufte.

Vier der 13 von JLL analysierten Banken lagen 2016 bei einem Volumen zwischen 4,2 und 4,9 Milliarden Euro. Den stärksten Zuwachs im Neugeschäftsvolumen wies die DekaBank mit 75 Prozent auf, gefolgt von der Postbank mit 30 Prozent, die beiden einzigen Banken, die ein Plus für 2017 erwarten. Nur für die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) wurde im deutschen Markt ein Rückgang von acht Prozent registriert.

Elf von 13 Banken melden höheren Kreditbestand

Nur leicht zugelegt haben im Jahr 2016 laut JLL die Kreditbestände, mit 200,2 Milliarden Euro um zwei Prozent (2015: 196,2 Milliarden Euro). Bis auf die Aareal Bank, trotz des Rückgangs des Neugeschäfts auf dem zweiten Rang gelandet, und die Deutsche Hypo wiesen alle teilnehmenden Institute einen leicht höheren Bestand auf.

„Im Umfeld stark regulatorischer Einflussnahme der Bankenaufsicht halten wir diese Entwicklung für bemerkenswert“, so Kreuter. Das größte Kreditbuch mit 36,3 Milliarden Euro hielt unverändert die Helaba. Alle anderen bewegten sich unter der 30-Milliarden-Euro-Marke. Die größten Wachstumsraten, im zweistelligen Prozentbereich, hatten die Berliner Sparkasse, die Deutsche Postbank und die Bayern LB.

Banken planen für 2017 mit niedrigerem Neugeschäft

"Das Transaktionsvolumen gewerblicher Immobilien könnte 2017 nahe an das Ergebnis im Jahr 2016 heranrücken und zusammen mit Wohninvestments bis zu 67 Milliarden Euro erreichen“, so Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany.

Die meisten Banken gehen jedoch von einem niedrigeren Neugeschäft gegenüber 2016 aus. Der im März herausgegebene Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) von JLL und ZEW hatte dieses eingetrübte Klima für gewerbliche Immobilienfinanzierungen deutlich gemacht. "Aus unserer Sicht würden die rückläufigen Prognosen der Banken in der Neugeschäftsvergabe nur dann eintreten, wenn sich das Markgeschehen signifikant von Core und Core Plus in Richtung value-add oder opportunistisch drehen würde", so Kreuter abschließend. "Das scheint eher unwahrscheinlich.“

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