14.02.2012 | Investoren

Jeder vierte Privatverkäufer überschätzt Wert seiner Immobilie

Private Verkäufer von Immobilien haben nur geringe Kenntnisse des Marktes: Beim Verkauf ist der geforderte Wert deshalb oft zu hoch. Das zeigt eine Studie der TU Kaiserslautern in Kooperation mit ImmobilienScout24.

Die Studie des Fachgebiets Immobilienökonomie der TU Kaiserslautern zu den Erwartungen von Immobilienmarktakteuren in Deutschland wurde im Rahmen der Transparenzoffensive Immobilienwirtschaft organisiert. Untersucht wurden die subjektiven Erwartungen von Maklern und Privatanbietern beim Verkauf einer Immobilie.

Insgesamt wurden 413 Personen befragt (325 gewerbliche Anbieter und 88 private Anbieter). Ein zentrales Ergebnis: Jeder vierte Privatanbieter schätzt den Wert seiner Immobilie deutlich zu hoch ein. 

Verkauf trotz mangelnder Marktkenntnisse

„Die befragten Makler haben die Erfahrung gemacht, dass rund ein Viertel der Verkäufer überzogene Erwartungen an den Kaufpreis stellt. Damit wird die Vermarktung spürbar erschwert“, sagt Michael Dinkel, Doktorand am Fachgebiet Immobilienökonomie der TU Kaiserslautern, an dem die Studie initiiert wurde. Dieses Ergebnis werde durch die Aussagen der Privatanbieter indirekt bestätigt, da jeder vierte angibt, dass Käufer deutlich weniger als den geforderten Angebotspreis zahlen wollen.

Besonders alarmierend: Die große Mehrheit der Privatverkäufer (75 Prozent) sagt offen, dass sie keine oder nur mäßige Kenntnisse des Immobilienmarktes hat. „Vor dem Hintergrund, dass eine Immobilie in der Regel der größte Vermögensgegenstand in einem Privathaushalt ist, stellt sich die Frage, weshalb schlecht informierte Privatpersonen keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen“, so Dinkel weiter. Gründe hierfür seien möglichweise mangelndes Vertrauen oder schlechte Erfahrungen mit Maklern.  

Für die Studie zu den Erwartungen von Immobilienanbietern wählte ImmobilienScout24 im Auftrag der TU Kaiserslautern zufällig 1.724 aktuelle Immobilienangebote aus.

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