21.08.2013 | Unternehmen

Richter geben Schutzschirmverfahren statt: IVG darf in Eigenregie sanieren

IVG-Zentrale in Bonn: der Schutzschirmantrag gilt nur für die Muttergesellschaft
Bild: IVG Immobilien AG

Das Amtsgericht Bonn hat dem Antrag der IVG auf ein Schutzschirmverfahren stattgegeben. Die Sanierung des hochverschuldeten Immobilienunternehmens war vorerst gescheitert, nachdem man sich nicht mit den Gläubigern einigen konnte. Sachwalter ist der Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg.

Der Konzern hatte sich mit Großobjekten wie "The Squaire" am Frankfurter Flughafen übernommen und Schulden in Milliardenhöhe angehäuft. Die IVG gehört zu den großen Immobilienunternehmen in Europa mit einem verwalteten Vermögen von 20 Milliarden Euro. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, gilt der Antrag ausschließlich für die Muttergesellschaft. Sämtliche Tochtergesellschaften sollen unberührt bleiben.

Das Unternehmen sah sich zu diesem Schritt veranlasst, weil ein Fortbestehen der IVG sonst nicht gewährleistet sei. Zuvor sei mit den Gläubigern über ein vom Vorstand vorgelegtes Restrukturierungskonzept keine Einigung erzielt worden.

Bonner Amtsgericht genehmigt Antrag - Sachverwalter kommt aus Düsseldorf

Nach Angaben des Unternehmens vom Mittwochabend hat das Amtsgericht Bonn den Antrag auf das Schutzschirmverfahren inzwischen genehmigt. Die Sanierung in Eigenregie unter Aufsicht eines "Sachwalters" darf nun in die Wege geleitet werden. Diese Aufgabe übernimmt laut IVG-Mitteilung der Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg.

Ende August sollen die Halbjahreszahlen vorgelegt werden. Vorstandssprecher Wolfgang Schäfers gab sich zuversichtlich. Die IVG sei gut aufgestellt, um das vor ihr liegende Verfahren rasch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, erklärte er bei Bekanntgabe des Antrags auf den Schutzschirm. Das Verfahren eröffne der IVG nun die Möglichkeit, gestärkt aus dem Umbau hervorzugehen.

Bereits bekanntgegeben wurde ein Abschreibungsbedarf von 350 Millionen Euro, womit ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals eintrat. Hintergrund waren Bewertungsanpassungen unter anderem im Immobilienbereich sowie im Bereich von Beteiligungen und Forderungen. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen unter dem Strich Verluste von 45 Millionen Euro eingefahren. 2012 hatte der Fehlbetrag bei rund 100 Millionen Euro gelegen.

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