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Investoren suchen Alternativen zu Top-Immobilien

Top-Immobilienlagen sind mittlerweile so überteuert, dass Investoren auch nach Alternativen wie etwa Solarparks suchen. Dies ist ein Ergebnis der Studie "Emerging Trends in Real Estate Europe 2012" der Beraterfirma PwC und dem Urban Land Institute (ULI).

"In den Blickpunkt geraten verstärkt Immobilien in den Emerging Markets, etwa in der Türkei", so Jochen Brücken, verantwortlicher Partner für den Bereich Real Estate bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratergesellschaft PwC Deutschland.

Am nationalen Markt werden Immobilien in B-Lagen sowie Spezialimmobilien stärker bevorzugt. Auch immobiliennahe Nutzungsarten wie Solarparks oder Rohstofflager rücken stärker in den Blick.

Mehrheit rechnet mit deutlicher Kreditverknapppung

„Banken vergeben an Immobilieninvestoren kaum noch Kredite, während die Investoren in erster Linie ‚sichere Häfen’ in Nord- und Westeuropa ansteuern. Das Resultat ist eine anhaltende Stagnation“, so Claudia Gotz, Geschäftsführerin ULI Germany. Die Verringerung des Finanzierungsvolumens aus dem Bankensektor wird zur Folge haben, dass der Markt Alternativen zur klassischen Immobilienfinanzierung entwickeln wird.

So glauben rund 42 Prozent der Befragten, dass sich Fonds und andere institutionelle Investoren stärker engagieren werden als im Jahr 2011, während nur 32 Prozent mit einem Rückgang rechnen. Fremdkapital steht hingegen nur stark eingeschränkt zur Verfügung: Rund drei Viertel der Experten rechnen mit einer mäßigen oder sogar erheblichen Kreditverknappung, von den befragten Immobilienbankern sagen dies sogar 94 Prozent.

Istanbul bleibt Top-Adresse

Mit steigenden Investitionen rechnen die 600 befragten Immobilienexperten neben Istanbul und München nur für Hamburg, Berlin, Moskau, Stockholm und London, während insbesondere Lissabon und Athen mit Kapitalabflüssen rechnen müssen.

Die europaweit besten Ertragsperspektiven sprechen die Immobilienexperten wie bereits 2011 der türkischen Metropole Istanbul zu. Zur Begründung verweisen sie auf das anhaltend hohe Wirtschaftswachstum in der Türkei, das die Konsumentenausgaben steigen lasse und Investitionen in Einzelhandelsimmobilien attraktiv mache. Zudem profitiere der Hotelsektor von der weiter zunehmenden Zahl ausländischer Touristen.

Deutsche Städte sind im Ranking stark vertreten. München liegt hinter Istanbul gegenüber dem Jahr 2011 unverändert auf dem zweiten Rang, Berlin und Hamburg folgen auf den Plätzen vier und sieben. Weniger gut als 2011 fällt die Bewertung für Frankfurt am Main aus. Die Bankenmetropole verschlechterte sich vom neunten auf den dreizehnten Platz. Schlusslicht ist Athen (Platz 27).

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