Im ersten Halbjahr 2018 wurden laut CBRE 824,4 Millionen Euro in Pflegeheime und Seniorenzentren investiert – das ist ein Plus von 123 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (369 Millionen Euro). Damit hat die Assetklasse aktuell einen Anteil von 3,3 Prozent am deutschen Gewerbeimmobilieninvestmentmarkt, mehr als doppelt so viel wie vor drei Jahren. Gründe für diese Entwicklung sind laut CBRE die demografische Entwicklung in Deutschland und der steigende Bedarf an Pflegeheimen.

Während die Spitzenrendite im ersten Quartal 2018 noch 5,25 Prozent betrug, ist es mit dieser lange dauernden Stabilität offenbar vorbei. Aktuell notiert sie laut CBRE aufgrund des zunehmenden Investoreninteresses bei 4,8 Prozent (minus 0,48 Prozentpunkte) – "Tendenz weiter leicht fallend" sagt Dirk Richolt, Head of Real Estate Finance bei CBRE in Deutschland. Für das Gesamtjahr erwartet er ein Investmentvolumen von deutlich über einer Milliarde Euro.

Interesse internationaler Investoren steigt weiter an

Der Anteil der Portfoliotransaktionen lag im ersten Halbjahr laut CBRE bei 68 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 errechnete CBRE noch einen Anteil der Portfoliodeals von 22,5 Prozent. Das bedeutet ein Plus von 45,8 Prozentpunkten. Laut CBRE haben Investoren bereits 2016 besonders gerne Pakete gekauft. Aktivste Käufergruppe im ersten Halbjahr 2018 waren dem Immobilienberater zufolge Immobilienaktiengesellschaften und REITS mit 56 Prozent, gefolgt von institutionellen Investoren mit 15 Prozent.

CBRE zufolge steigt vor allem das Interesse internationaler Investoren weiter an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (52,1 Prozent) hat sich ihr Anteil um 14,1 Prozentpunkte auf 66,2 Prozent erhöht. Davon wiederum stellten belgische Investoren mit der Hälfte des investierten Kapitals die Hauptgruppe ausländischer Anleger: So hat etwa Cofinimmo im ersten Halbjahr 2018 ein Portfolio mit 17 Senioren- und Pflegeheimen für 172 Millionen Euro gekauft

Auch Gesundheitsimmobilien gewinnen an Bedeutung

Laut CBRE gewinnen neben Pflegeimmobilien und Seniorenzentren auch Gesundheitsimmobilien (zum Beispiel Krankenhäuser, Ärztehäuser, Reha-Zentren, Wellnesscenter sowie Büros und Logistik für den Gesundheitssektor) an Bedeutung für Investoren.

So hat etwa Primonial einen 50 Prozent-Anteil an einem Portfolio von dem auf den Healthcare-Bereich spezialisierten Investmentfonds Medical Properties Trust (MPT) mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 1,6 Milliarden Euro gekauft, das überwiegend aus Reha-Kliniken bestand und deswegen nicht dem Transaktionsvolumen der Pflegeimmobilien zuzuordnen ist. Die französische Fondsgesellschaft kauft seit Jahren in diesem Markt in Deutschland ein.


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