09.03.2012 | Investoren

Investmentmarkt 2011: Eurokrise bremst Erholungsprozess

Der wirtschaftliche Erholungsprozess in Europa ist seit August 2011 aufgrund der Schuldenkrise erheblich ins Stocken geraten. Das ergibt der aktuelle Report „European Office Market 2012“ von BNP Paribas Real Estate.

Die Nettoabsorption von Büroflächen stagnierte wegen des schwachen wirtschaftlichen Wachstums europaweit auf niedrigem Niveau und Projektentwickler haben die Anzahl neuer Projekte aufgrund schwieriger Finanzierungsbedingungen in den vergangenen Jahren beträchtlich reduziert.

Die somit geringen Fertigstellungen sorgten 2011 für einen weiterhin langsamen Abbau der Leerstandsquoten. Das Angebot an modernen Büroflächen ging in ganz Europa zurück, was die Spitzenmieten auf den meisten Märkten leicht nach oben trieb. Gleichzeitig blieb das Angebot an älteren Bestandsflächen hoch. Damit bestätigt sich die europaweit zu beobachtende Zweiteilung der Märkte.

Büromarkt: Leerstandsquoten auf hohem Niveau stabil

Mit insgesamt 11,9 Millionen Quadratmetern blieb der Flächenumsatz 2011 in den 37 von BNPPRE beobachteten Städten gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Untersucht wurden Amsterdam, Athen, Barcelona, Belgrad, Berlin, Birmingham, Bratislava, Brüssel, Bukarest, Den Haag, Düsseldorf, Edinburgh, Frankfurt, Genf, Glasgow, Hamburg, Kiew, Köln, Lille, Lissabon, Luxemburg, Lyon, Madrid, Mailand, Manchester, Marseille, Moskau, München, Rom, Sankt Petersburg, Sofia, Stockholm, Toulouse, Warschau, Wien, Zentral-London und Zentral-Paris.

Der von BNP Paribas Real Estate erhobene Office Take-up Index Westeuropa blieb im vierten Quartal dennoch stabil. Besonders robust war die Nachfrage auf den führenden westeuropäischen Büromärkten. Zentral-Paris verfehlte die 2-Millionen-Quadratmeter-Schwelle nur knapp, und die deutschen Städte verzeichneten höhere Flächenumsätze als im Vorjahr. Auch Mailand und Rom verbuchten Zuwächse. In Zentral-London gingen die Flächenumsätze nach einem sehr guten Vorjahresergebnis zurück. Amsterdam, Barcelona, Brüssel, Madrid und Wien taten sich im vergangenen Jahr mit Umsätzen unter dem jeweiligen 5-Jahres-Mittel schwer.

Zwei Drittel der europäischen Städte verzeichneten 2011 mehr als zehn Prozent Flächenleerstand. Während moderne Flächen deutlich abnahmen, stieg das Angebot an älteren Bestandsflächen weiter an. Insgesamt blieb das Leerstandsvolumen jedoch relativ konstant. Im Ergebnis waren die Spitzenmieten auf den europäischen Märkten im vergangenen Jahr demzufolge vergleichsweise stabil.

11-Prozent-Steigerung gegenüber 2010

Der Erholungsprozess auf dem europäischen Investmentmarkt hat an Schwung verloren. Nach einem positiven Start zum Jahresbeginn gingen die Investmentaktivitäten während des zweiten Halbjahrs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Insgesamt erreichte das Investitionsvolumen in 2011 rund 63,6 Milliarden Euro, was einer Steigerung um elf Prozent gegenüber 2010 entspricht.

Büros bleiben die gefragteste Anlage. Allerdings verringerte sich ihr Anteil am gesamten Investitionsvolumen zwischen 2010 und 2011 von 64 Prozent auf 60 Prozent. Im Gegensatz dazu legte das Investitionsvolumen im Einzelhandelssektor von 15 Prozent (2010) auf 22 Prozent (2011) zu. Das Hauptinteresse der Anleger gilt nach wie vor Spitzenobjekten. Damit vertieft sich die Kluft zwischen Core-Objekten und dem restlichen Markt weiter.

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