Im Alten Polizeipräsidium in Frankfurt entstehen Wohnungen, Büros und ein Hotel Bild: Karsten Ratzke

Die hessische Landesregierung hat das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt am Main für 212,5 Millionen Euro an die Düsseldorfer Gerchgroup verkauft. Im Streit zwischen Stadt und Land hat Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) daraufhin dem hessischen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) Spekulation vorgeworfen. Das Land reagierte und stellt nun konkrete Pläne vor: Rund 100 Millionen Euro aus dem Verkauf sollen direkt in den Frankfurter Wohnungsmarkt fließen.

Davon sollen nach Angaben von Bauministerin Priska Hinz (Grüne) 60 Millionen Euro in Grundstücke im Rhein-Main-Gebiet investiert werden, auf denen bis zu 850 Wohnungen gebaut werden sollen. Mit 35 Millionen Euro sollen Kommunen rund um Frankfurt zudem dazu gebracht werden, neue Baugebiete auszuweisen.

Weitere rund 100 Millionen Euro des Verkaufserlöses sind für den Neubau der "Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg" bestimmt. Baubeginn soll 2025 sein, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am 7. März in Frankfurt.

"Für mich war immer klar: Das Geld, das wir durch den Verkauf des Alten Polizeipräsidiums in Frankfurt einnehmen, möchten wir gerne in der Metropolregion Frankfurt wieder investieren. Ich bin daher froh um jeden Euro, um den das Kaufangebot erhöht wurde", hatte Schäfer kurz nach dem Verkauf gesagt.

Der Haushaltsauschuss muss dem Verkauf in seiner Sitzung am 14. März noch abschließend zustimmen. Die Gerchgroup hat bereits eine Summe von 21,25 Millionen Euro an ein Notaranderkonto angezahlt, die an das Land ausgezahlt wird, sobald der Haushaltsauschuss grünes Licht gegeben hat.

Altes Polizeipräsidium: Gemischt genutztes Quartier geplant

Das Gelände des Alten Polizeipräsidiums ist mehr als 15.000 Quadratmeter groß und liegt in der Frankfurter Innenstadt. Auf dem seit Jahren leerstehenden Gelände des früheren Polizeipräsidiums plant der Projektentwickler Gerchgroup bis zu 500 freifinanzierte und geförderte Wohnungen, Büros, ein Hotel und eine Kita.

Die Gerchgroup rechnet nach eigenen Angaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 800 Millionen Euro für die Entwicklung des Alten Polizeipräsidiums. Der Baubeginn ist nach Angaben des Unternehmens für das Jahr 2022 vorgesehen, die Fertigstellung des Gesamtprojektes für 2026.

Luxuswohnungen den Vorschub geleistet?

Die Frankfurter Polizei war bereits im Jahr 2002 in ein neues Präsidium umgezogen. Seitdem verfällt das alte Gebäude. Die Landesregierung startete das Verkaufsverfahren im September 2017. Zehn Bieter hatten sich um den Zuschlag für das Alte Polizeipräsidium bemüht.

Dass sich so viele Investoren für das Alte Polizeipräsidium interessiert hatten, hatte Finanzminister Schäfer als überraschend  bezeichnet. Die SPD in Frankfurt und im Land hatten der Regierung vorgehalten, mit dem hohen Verkaufspreis dem Bau von Luxuswohnungen Vorschub geleistet haben.

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