Investment: Welche Strategie hat für 2020 die größte Chance?

Die Aussichten für Europas Immobilienmärkte bewertet Savills IM im aktuellen Spätzyklus nicht sehr rosig und rät zu einer ertragsorientierten Strategie. Chancen gibt es vor allem bei modernen Büros in guten Lagen. Im Ausblick für 2020 sollten Investoren eher auf objektspezifische Kriterien setzen.

In der aktuellen späten Phase des Investitionszyklus seien die Aussichten zumindest schwächer als in den vergangenen Jahren, berichtet Savills im "Marktausblick 2020". Das liegt auch daran, dass die Konjunkturaussichten für Europa schwach sind. Aktuelle Prognosen lassen für 2020 keine nennenswerte Verbesserung erwarten: Für Deutschland etwa wird ein Wachstum von nur noch 0,8 Prozent vorhergesagt.

Im aktuellen Marktumfeld empfiehlt der Investmentmanager Anlegern sich an ertragsorientierte Strategien zu halten, im Gegensatz zu konjunkturabhängigeren, reinen Value-Add- und opportunistischen Ansätzen. "Wir bevorzugen daher Objekte in Innenstadtlagen, Innenstadtrandlagen sowie zentrale Stadtlagen mit optimaler Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Märkte, in denen moderne, effiziente Büroflächen knapp sind, bieten ebenfalls nach wie vor interessante Möglichkeiten", erklärt Andreas Trumpp, Head of Research & Strategy Europe bei Savills IM.

Aufgrund der Knappheit moderner erstklassiger Büroobjekte sei mittelfristig noch mit einem Mietwachstum zu rechnen, wenn auch in begrenzterem Umfang als in den Vorjahren. Bleiben dabei die Leitzinssätze niedrig, wie prognostiziert, geht Savills IM davon aus, dass sich der Investmentzyklus abermals verlängert, ohne dass die Renditen auf Tiefstwerte sinken. Auch regionale Büromärkte mit knapper Verfügbarkeit könnten dann noch attraktive Risiko-Rendite-Profile bieten.

Der Fokus sollte der Analyse zufolge auf moderne Bürogebäude in gut angebundenen Stadtteilen gelegt werden. In Europa sind dabei vor allem Brüssel, Luxemburg und die Randzonen der Central Business Districts (CBD) der deutschen Top 7 (Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart) zu nennen.

Selektive Investmentchancen auch bei Handel und Logistik

Auch in den Bereichen Einzelhandel und Logistik bleiben laut Savills IM selektive Investmentchancen. Neben objektspezifischen Kriterien, etwa der Lage der Immobilien, sollten Investoren im nächsten Zyklus dabei vor allem auf strukturelle Veränderungen des jeweiligen Sektors und auf widerstandsfähige Flächenformate achten.

Gute Chancen für Investments haben demnach noch Einzelhandelsimmobilien, die auf das Einkaufserlebnis zugeschnitten sind, zum Beispiel Factory Outlet Center, Formate, die auf Verbraucherfreundlichkeit setzen, oder Fachmarktzentren mit begrenztem Wettbewerb und großen Einzugsgebieten. Standorte und Geschäfte, die Verbrauchern ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis sowie Komfort und Service bieten, sind laut Savills IM widerstandsfähiger gegen sich ändernde Einkaufsgewohnheiten. Auch erstklassige High-Street-Immobilien in Frankreich, den deutschen Top 7 oder London dürften weiterhin risikoadjustierte Renditen erzielen lassen.

Für den Logistiksektor sind laut Savills IM vor allem der Zugang zu den wichtigsten Verkehrsnetzen und zu Arbeitskräften entscheidende Voraussetzungen für erfolgreiche Investments. Große moderne Verteilzentren in der Nähe der Hauptverkehrsnetze oder kleinere urbane Logistikkonzepte innerhalb oder in der Nähe von Großstädten und Ballungsgebieten sind dabei gleichermaßen geeignet.

Vor allem der Logistiksektor wird von strukturellen Veränderungen wie der Einführung neuer Technologien, der Automatisierung, Veränderungen im Konsumverhalten und Entwicklungsinnovationen wie der Neuen Seidenstraße profitieren. Hier prognostiziert Savills IM allerdings eine zunehmende Zahl an Fertigstellungen, was das Mietwachstum verlangsamen könnte. Der Investmentmarkt wird 2020 aufgrund der im Vergleich zu anderen Sektoren attraktiven Spitzenrenditen dennoch lebhaft bleiben.

Investmentfokus im Überblick:

  • Büro: Core, Core-Plus-Immobilien in Innenstadt- und gut angebundenen Innenstadtrandlagen mit Asset Management- und Mietsteigerungspotenzial
  • Einzelhandel: Fachmarktzentren mit Lebensmittelankermietern und Supermärkte an dominanten Standorten
  • Logistik: Core- und Core-Plus-Objekte in gut angebundenen, etablierten und interregionalen Standorten


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