Investment: IVD erwartet Anstieg auf 300 Milliarden Euro

272 Milliarden Euro sind im vergangenen Jahr laut einer Hochrechnung des IVD in deutsche Immobilien geflossen, 7,1 Prozent mehr als 2017. Spätestens für 2020 erwartet der Immobilienverband Investitionen von 300 Milliarden Euro – vorausgesetzt die politischen Rahmenbedingungen ändern sich nicht.

Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich der Transaktionsmarkt 2018 wieder deutlich aktiver: 2017 lagen die Umsatzzuwächse noch bei 5,6 Prozent. Einen Trend zu einer abnehmenden Dynamik erkennt der IVD derzeit nicht.

"Aber: Der gute Ruf Deutschlands wird derzeit aufs Spiel gesetzt. Debatten um Enteignungen und Mietendeckel sind Gift für den Transaktionsmarkt." IVD-Präsident Jürgen Michael Schick

Berücksichtigt hat der IVD in seiner Hochrechnung ausschließlich private und gewerbliche Transaktionen auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens. Sie machen die Mehrzahl der Immobiliendeals aus. Die heiß diskutierten Share Deals sind nicht erfasst.

Immobilientransaktionen: Wachstumsrate in Thüringen am höchsten

Dass die Höhe der Grunderwerbsteuer einen Einfluss auf die Investmenttätigkeiten haben kann, kann man an Thüringen sehen. Das ostdeutsche Bundesland verzeichnete laut IVD in der Betrachtung von 2018 die höchste Wachstumsrate mit einem Plus von rund 37 Prozent: Das Transaktionsvolumen stieg auf 3,1 Milliarden Euro. Nach der Grunderwerbssteuerhöhung zum 1.1.2017 war das Transaktionsvolumen zunächst einmal deutlich um 6,5 Prozent gesunken.

Ebenfalls zweistellige Zuwachsraten gab es in Hamburg (plus 24,4 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro), Hessen (plus 12,4 Prozent auf 26 Milliarden Euro) und Sachsen-Anhalt (plus 11,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro). Baden-Württemberg verfehlte mit einem Plus von 9,7 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro knapp eine zweistellige Anstiegsrate.

Grafik Transaktionsvolumen Immobilien 2018

Bayern ist das umsatzstärkste Bundesland

Die umsatzstärksten Bundesländer waren 2018 dem IVD zufolge Bayern (54,6 Milliarden Euro; plus sieben Prozent) und Nordrhein-Westfalen (50,4 Milliarden; plus 5,6 Prozent). Auf dem dritten Platz liegt Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 38,4 Milliarden Euro (plus 9,7 Prozent). Diese drei Länder hatten auch den prozentuell höchsten Anteil am gesamten Investitionsvolumen. Bayern hat neben Sachsen den niedrigsten Grunderwerbsteuersatz mit jeweils 3,5 Prozent. In Baden-Württemberg werden fünf Prozent fällig, in Nordrhein-Westfalen sind es 6,5 Prozent.

Mit Ausnahme von Bremen und Sachsen sind die Transaktionsumsätze dem IVD zufolge 2018 in allen Bundesländern gestiegen. In Bremen fiel das Umsatzvolumen um 17,3 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, in Sachsen um 3,2 Prozent, auf 9,7 Milliarden Euro. In Rheinland-Pfalz stagnierte das Transaktionsvolumen mit einer Steigerungsrate von 0,1 Prozent bei 10,5 Milliarden Euro.


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