Institutionelle Immobilieninvestoren blicken nach UK, Frankreich und Deutschland – und gehen wieder mehr Risiko ein Bild: mauritius images / Wolfgang Filser /

Joint Ventures und Club Deals werden 2018 die beliebtesten Anlagevehikel von Institutionellen sein. Investieren wollen sie in diesem Jahr 51,1 Milliarden Euro in Immobilien. Das sind Ergebnisse des "Investment Intentions Survey" des europäischen Verbands für nicht-gelistete institutionelle Immobilienanlagen (Inrev). Wohin soll das Geld fließen? Großbritannien gaben 66,1 Prozent der Investoren an. Frankreich (62,5 Prozent) und Deutschland (60,1 Prozent) folgen auf Rang zwei und drei.

Von den rund 51 Milliarden Euro soll der größte Teil in Europa investiert werden, sagten 41,2 Prozent der 320 befragten Investoren, Fonds- und Dachfondsmanager aus Nordamerika, Europa und dem Raum Asien-Pazifik. In den USA wollen 31,7 Prozent ihr Geld in Immobilien anlegen. Die Region Asien-Pazifik landet mit 17,4 Prozent auf dem dritten Platz.

Joint-Venture- und Club-Deal-Strukturen bevorzugt

55,8 Prozent der Investoren gaben an, Joint-Ventures und Club-Deals ausbauen zu wollen, gefolgt von nichtbörsennotierten Fonds (48,8 Prozent). Erst danach wurden Individualmandate (39,6 Prozent) und Direktinvestments (39,5 Prozent) genannt.

"Indirekte Immobilieninvestments werden aktuell bei den meisten Investoren stärker nachgefragt als Direktinvestments", sagt Michael Schneider, Geschäftsführer der Intreal International Real Estate KVG. "Viele Investoren wünschen sich zudem, im kleinen Kreis (Club-Deal) oder zusammen mit nur einem weiteren Investor (Joint-Venture) zu investieren."

Großbritannien auf Platz eins – trotz Brexit

Es gibt bei den Investoren eine ganz klare Favoriten-Gruppe mit UK – trotz aller Brexit-Turbulenzen, Frankreich und Deutschland. 2017 erzielte etwa Fondsinitiator Union Investment im Deutschlandgeschäft mit institutionellen Kunden einen Nettoabsatz von 15,2 Milliarden Euro. Erst auf dem vierten Platz folgen die Niederlande und Spanien (2016 noch auf Platz neun) mit jeweils 33,9 Prozent. Auf dem letzten Platz liegt die Türkei mit 3,5 Prozent der Investoren.

"Sehr überraschend ist, dass der Brexit keine größeren negativen Auswirkungen auf das
Investoreninteresse am Vereinigten Königreich hat", meint Schneider. Insbesondere der Londoner Immobilienmarkt zeige sich auch in einem kritischen Umfeld, da er als sehr transparent und fungibel gelte.

Knapp 90 Prozent der Investoren wollen in Büros investieren

Büroimmobilien sind bei Investoren auch im Jahr 2018 sehr gefragt: 89,3 Prozent der Befragten erwarten Investitionen in diese Assetklasse. Es folgen Einzelhandel (75 Prozent), wobei es hier nur noch ein limitiertes Angebot am deutschen Markt gibt. Wohnen kommt mit 73,2 Prozent nur auf den dritten Platz. In Logistikimmobilien wollen in diesem Jahr 64,3 Prozent der befragten Investoren anlegen. Projektentwicklungen wurden von 33 Prozent der Institutionellen genannt und Student Housing von 25 Prozent.

"Wir administrieren derzeit drei Logistikimmobilien-Spezialfonds", sagt Intreal-Chef Michael Schneider. Bild: Intreal

"Logistik ist aktuell sehr stark nachgefragt", so Schneider: "Man kann – neben Büro, Handel und Wohnen – derzeit fast von den großen vier Nutzungsarten sprechen".

Risikobereitschaft nimmt zu

Bei den Risikoklassen zeigt sich der Inrev-Umfrage zufolge für 2018 eine Verschiebung hin zu mehr Risiko. Der Bereich "Value-Added" liegt mit 56,5 Prozent der Investoren ganz vorne. An zweiter Stelle folgt die Klasse "Core" mit 52,9 Prozent. 28,2 Prozent der Investoren gaben an, offen für "Opportunistic-Investments" zu sein.

"Zwar verfolgen auch viele Investoren Core-Strategien, aber die Risikoneigung nimmt zu", sagt Intreal-Chef Schneider. Dies sei einerseits getrieben durch die "Yield Compression" in allen Immobilienmarktsegmenten. Andererseits seien risikoreichere Investments – mit dem richtigen Managementpartner – auch gegenüber früher als Core Investments qualifizierten Transaktionen sehr attraktiv.

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Schlagworte zum Thema:  Studie, Investor, Investment, Joint Venture

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